Letztes Update am Di, 16.10.2018 15:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kirche will Beitrag zu Friedensprozess in Kolumbien leisten



Bogota/Brüssel (APA) - Der Vorsitzende der Kolumbianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Oscar Urbina Ortega, sieht die Kirche bei der Umsetzung des Friedensabkommens in der Pflicht. „Unsere Aufgabe ist es, zum Versöhnungsprozess beizutragen, eine Stütze zu sein und eine wichtige Rolle in diesem Prozess zu übernehmen“, sagte Urbina laut Kathpress im Interview mit der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

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„Das hat Papst Franziskus uns aufgetragen“, erklärte er. Urbina hatte am Montag in Brüssel mit Vertretern verschiedener EU-Institutionen über die Situation im Land gesprochen. In den vergangenen 15 Jahren investierte die Europäische Union 550 Millionen Euro in friedensfördernde Aktivitäten in Kolumbien. Ende 2016 hatte sich die Regierung des damaligen Präsidenten Juan Manuel Santos mit der FARC-Guerilla auf ein Friedensabkommen verständigt.

Im Interview betonte der Erzbischof von Villavicencio, die Kirche in Kolumbien kümmere sich besonders um die Opfer der Konflikte der vergangenen Jahre. Außerdem liege ihr die Entwicklung im ländlichen Raum am Herzen. „Da gibt es derzeit noch Spielraum, und das spricht die Kirche auch immer wieder öffentlich an“, so Urbina.

Die Tatsache, dass inzwischen eine Million Venezolaner nach Kolumbien geflüchtet seien, führt laut dem Erzbischof zu Spannungen im Gesundheitssystem und auf dem Arbeitsmarkt. „Krankenhäuser haben weder das notwendige Geld noch die Infrastruktur, alle Menschen kostenlos zu behandeln“, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz. Gerade in der Grenzregion gebe es viele Menschen aus Venezuela, die nach Kolumbien kommen, um dort nach Arbeit oder Nahrungsmitteln zu suchen.

Die Lage in Venezuela war auch Thema beim Treffen der EU-Außenminister am Montag in Brüssel. Dabei sollten neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Menschen in dem südamerikanischen Land gefunden werden.




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