Letztes Update am Mi, 24.10.2018 09:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tscheche gerettet: Suchaktion auf Kärntner Hochalmspitze beendet



Gmünd (APA) - Bergrettung und Alpinpolizei haben in der Nacht auf Mittwoch eine Suchaktion auf der Hochalmspitze (Bezirk Spittal an der Drau) erfolgreich beendet. Wie die Polizei mitteilte, entdeckten die Helfer einen vermissten 59-Jährigen Tschechen. Er hatte schon die Nacht auf Dienstag im Freien verbracht und Erfrierungen und Verletzungen erlitten.

Der Bergrettungseinsatz auf dem 3.360 Meter hohen Berg hatte bereits am Montagabend begonnen. Nach einem Notruf hatte die Besatzung eines Polizeihubschraubers insgesamt drei Personen am Grat östlich der Hochalmspitze ausgemacht. Acht Bergretter stiegen auf und brachten zwei Ungarn, die offensichtlich den Abstieg in Richtung Gießener Hütte nicht mehr finden konnten, in Sicherheit.

Die ungarischen Bergsteiger sagten jedoch aus, dass noch ein weiterer Alpinist, ein Tscheche, so spät am Berg unterwegs war. Von ihm fehlte zunächst jede Spur, weshalb am Dienstag eine neue Suchaktion gestartet wurde. Gegen Mittag wurde der Tscheche vom Hubschrauber aus in einer Felskluft auf 3.200 Metern Seehöhe lokalisiert - er hatte die ganze Nacht auf Dienstag im Freien verbracht. Eine Seilbergung scheiterte wegen Sturmböen, am späten Nachmittag erreichten Bergretter zu Fuß die Felskluft - der Alpinist war aber nicht mehr da.

Da das Wetter immer schlechter wurde - zu dem Sturm kam auch noch ein Graupelschauer - stiegen die Einsatzkräfte in Richtung Gießener Hütte ab, die Polizei gab bekannt, dass die Suche unterbrochen werde. Kurz vor 20.00 Uhr sahen die Bergretter jedoch ein Licht - wenig später trafen sie auf den vermissten Tschechen. Da er nicht mehr selbst absteigen konnte, stiegen weitere Bergretter auf und transportierten den Mann mit einer Trage zur Gießener Hütte. Von dort wurde er ins Tal transportiert und um 0.45 Uhr an die Rettung übergeben, die ihn ins Krankenhaus Spittal brachte.

Der stark erschöpfte 59-Jährige hatte Prellungen, Abschürfungen und Erfrierungen erlitten. Zunächst hatte es noch geheißen, dass er mit einem zweiten tschechischen Bergsteiger unterwegs gewesen war, der vorerst ebenfalls als vermisst galt. Das wurde jedoch rasch ausgeschlossen, nachdem der 59-Jährige angab, dass er allein unterwegs gewesen war. Bei dem zweiten Mann, den die Ungarn am Berg gesehen hatten, dürfte es sich um einen Osttiroler gehandelt haben, der aber bereits am Montag wieder sicher ins Tal abgestiegen war.




Kommentieren