Letztes Update am So, 18.11.2018 01:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fall Khashoggi - EU will weitere Klärung zu Umständen der Tötung



Brüssel (APA/dpa) - Nach Bekanntwerden neuer Details im Fall der Tötung des regimekritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi will die EU Wege zu „angemessenen Maßnahmen“ gegen die Verantwortlichen prüfen.

Nach einer Mitteilung des deutschen Außenministeriums aus der Nacht auf Sonntag haben Außenminister der EU-Staaten eine Erklärung der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini vereinbart, nach der „weitere Klärung zu den Umständen des schrecklichen Verbrechens“ notwendig sei.

US-Medien hatten tags zuvor berichtet, dass der Auslandsgeheimdienst CIA zu der Einschätzung gelangt sei, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman selbst die Tötung des Journalisten im Konsulat in Istanbul angeordnet habe. Die Einschätzung der CIA steht in krassem Gegensatz zur letzten Darstellung der saudischen Ermittler. Demnach haben hochrangige Regierungsmitarbeiter ein 15-köpfiges Spezialteam zur Ausführung der Tat auf eigene Faust losgeschickt. Der saudische Generalstaatsanwalt forderte am Donnerstag für fünf Tatbeteiligte die Todesstrafe.

Das Außenministerium in Washington stellte am Samstag klar, dass noch keine abschließende Bewertung im Fall Khashoggi getroffen worden sei. „Die jüngsten Berichte, wonach die US-Regierung eine finale Schlussfolgerung gezogen hat, sind falsch“, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Heather Nauert, in einer Mitteilung. Es gebe in Bezug auf die Ermordung des Journalisten noch „zahlreiche unbeantwortete Fragen“. Man sei entschlossen, alle Beteiligten zur Verantwortung zu ziehen.

Die Führung in Riad hatte erst nach massivem internationalen Druck die Tötung Khashoggis eingeräumt, der im Konsulat Dokumente für seine bevorstehende Hochzeit abholen wollte. Seine Leiche ist bis heute nicht gefunden worden.




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