Letztes Update am Fr, 23.11.2018 20:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zwei prominente Aktivisten im Nordwesten Syriens erschossen



Beirut/Idlib (APA/AFP) - Zwei prominente syrische Aktivisten sind in der Provinz Idlib getötet worden. Raed Fares und Hammoud Junaid seien in Kafr Nabel von Unbekannten aus dem Kleintransporter heraus erschossen worden, wie der Radiosender Fresh FM auf seiner Facebook-Seite am Freitag berichtete.

Fresh FM war der Sender der beiden Aktivisten, die sowohl die Regierung von Präsident Bashar al-Assad als auch die Islamisten in der Region kritisierten. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, bekannte sich zunächst niemand zu dem Attentat.

Die beiden Aktivisten waren auch im Visier von Jihadisten in der Region, die von der Hayat Tahrir al-Sham (HTS) kontrolliert wird. Auch die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) ist dort präsent. Fares und Junaid waren mehrfach in den Händen der HTS-Islamisten, wie die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle mitteilte.

Mehrere hundert Menschen kamen am Freitagnachmittag zum Begräbnis der Getöteten. Die Morde sind ein weiterer schwerer Schlag gegen die Zivilgesellschaft in Syrien. Der 1972 geborene Fares gründete Fresh FM im Jahr 2013 gegen fundamentalistische Propaganda. Im Jahr 2014 wurde der Vater von drei Kindern durch einen Schuss in die Brust lebensgefährlich verletzt.

Der 1980 geborene Junaid setzte sich vor allem für Meinungsfreiheit ein. Er hinterlässt laut seinen Freunden fünf Kinder, darunter eine behinderte Tochter.




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