Letztes Update am Sa, 24.11.2018 04:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


APA-Jahresrückblick 2018 - Außenpolitik 4 (April)



Wien (APA) - Außenpolitik/April

1. Die Anti-Apartheid-Kämpferin Winnie Mandela und Ex-Frau des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela stirbt im Alter von 81 Jahren in Johannesburg. Die von vielen Südafrikanern als „Mutter der Nation“ betrachtete Aktivistin war eine der schillerndsten, aber auch umstrittensten Persönlichkeiten im Kampf gegen die Rassentrennung am Kap. 1989 töteten Winnies Leibwächter einen 14-Jährigen, den sie als Informanten verdächtigten.

8. Deutlicher als erwartet, gewinnt der EU-kritische Regierungschef Viktor Orban die Parlamentswahl in Ungarn. Seine rechtsnationale Fidesz-Partei kommt auf 48,5 Prozent der Stimmen und erzielt damit eine verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit. Der von Kritikern als autoritär beschriebene Orban steht nun vor seiner vierten Amtszeit und der dritten in Folge.

13. Als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgasangriff syrischer Truppen auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Douma feuern die USA, Großbritannien und Frankreich mehr als 100 Marschflugkörper auf mutmaßliche Giftgasforschungsanlagen und -depots in Syrien ab. Zuvor hatten Aktivisten und Hilfsorganisationen von einer Attacke mit Giftgas in der Stadt berichtet, bei der mehr als 40 Menschen getötet wurden. Syrien und seine Schutzmacht Russland bezeichneten den Angriff als vom Westen inszeniert.

15. Hunderttausende Menschen demonstrieren in Barcelona für die Freilassung von neun inhaftierten Anführern der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Die spanische Justiz ermittelt gegen die Politiker und Aktivisten der Unabhängigkeitsbewegung wegen ihres Einsatzes für die Abspaltung Kataloniens von Madrid. Der katalanische Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont war nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung im Oktober nach Brüssel geflohen. Ende März wird er auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls in Deutschland festgenommen, kommt dann aber unter Auflagen wieder frei.

19. Miguel Diaz-Canel wird neuer Staatspräsident von Kuba. Das Parlament in Havanna wählt den bisherigen Vizepräsidenten am Donnerstag zum Nachfolger von Präsident Raul Castro. Damit endet nach rund sechs Jahrzehnten die Ära Castro. Diaz-Canel wurde ein Jahr nach der kubanischen Revolution von 1959 geboren. Mit seiner Wahl wird auf der von der Kommunistischen Partei regierten Karibikinsel ein Generationenwechsel an der Staatsspitze vollzogen. Castro bleibt allerdings zunächst KP-Chef.

26. Der neue US-Außenminister Mike Pompeo tritt sein Amt an. Der als Hardliner geltende bisherige Geheimdienstchef folgt dem entlassenen Rex Tillerson im Amt, der einen moderaten Kurs verfolgte. Präsident Donald Trump begründet seine Ernennung damit, dass Pompeo die gleiche Denkweise habe wie er selbst. Auch die Ernennung des neuen Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton lässt im Ausland die Sorgen wachsen, dass die Trump-Regierung eine noch konfrontativere außenpolitische Linie einschlagen könnte.

27. Schwere Vorwürfe gegen Bundesheer-Soldaten: Einem von der Wiener Stadtzeitung „Falter“ veröffentlichten Video zufolge haben österreichische Blauhelme im September 2012 auf den Golan-Höhen zugelassen, dass neun syrische Geheimpolizisten in den sicheren Tod fuhren. Sie hatten sie nicht vor einem Hinterhalt von Kriminellen gewarnt. Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) setzt eine Untersuchungskommission ein, die Oppositionsparteien drängen auf eine rasche und transparente Aufklärung.




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