Letztes Update am Mi, 30.01.2019 06:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Karajans einstiger Liebling: Opernsängerin Helga Dernesch wird 80



Wien (APA) - Sie gehörte einst zu Karajans Lieblingen, meisterte eine Stimmkrise bravourös und war etwa an der Wiener Staatsoper 72 Mal zu hören: Helge Dernesch. Am Sonntag (3. Februar) wird die legendäre (Mezzo-)Sopranistin nun 80 Jahre alt.

Geboren 1939 in Wien, studierte Dernesch am Konservatorium ihrer Heimatstadt und begann ihre Gesangskarriere als Kantaten- und Oratorieninterpretin. 1961 wurde sie ans Berner Stadttheater verpflichtet, wo sie neben Mozart, Offenbach oder Mussorgski auch ihre ersten Wagner-Partien sang.

Ab 1963 spezialisierte sich Dernesch am Staatstheater Wiesbaden dann auf die Wagner-Rollen. 1965 holt sie Wieland Wagner für vorerst kleinere Rollen nach Bayreuth. Dort löste sie 1967 Anja Silja als Elisabeth in „Tannhäuser“ ab. 1968 sang sie bei den Festspielen die Freia und die Gutrune („Der Ring des Nibelungen“), 1969 die Eva in den „Meistersingern von Nürnberg“.

Im gleichen Jahr nahm Dernesch erstmals unter der Leitung von Herbert von Karajan an den Salzburger Festspielen teil. Als Brünnhilde im „Ring des Nibelungen“ und Isolde im „Tristan“ avancierte sie schließlich zur bevorzugten Sopranistin des Dirigenten. Großen Erfolg feierte sie so auch 1971 als Leonore in Ludwig van Beethovens „Fidelio“.

Ende der 70er-Jahre zwangen sie Stimmprobleme zu einem Fachwechsel, den sie aber meisterte: Aus der gefeierten Sopranistin wurde eine international begehrte Mezzosopranistin im Charakterfach, die als Klytämnestra in „Elektra“ wie als Amme in Richard Strauss‘ „Die Frau ohne Schatten“ große Erfolge feierte und 1983 an der New Yorker Metropolitan Opera in Mussorgskis „Chowanschtschina“ debütierte.

So blieb Dernesch lange Zeit aktiv im Berufsleben. Ihr letztes Rollendebüt an der Wiener Staatsoper konnte man 1996 miterleben, wo sie in Peter I. Tschaikowskys „Pique Dame“ die Gräfin gab und selbst noch 2009 war sie etwa an der Bayerischen Staatsoper als alte Buryja in der „Jenufa“ zu hören.




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