Letztes Update am Mo, 11.02.2019 21:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Iranischer Kommandant droht mit Angriff auf Tel Aviv und Haifa



Teheran/Jerusalem (APA/dpa) - Ein Kommandant der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hat mit einem Angriff auf zwei israelische Großstädte gedroht, falls die USA den Iran angreifen sollte. „Die USA sollten wissen, dass wir bei einem militärischen Angriff auf uns Tel Aviv und Haifa dem Erdboden gleichmachen würden“, sagte General Yadollah Jawani, Chef des IRGC-Politbüros, am Montag.

Der Iran habe keine Angst vor den USA, weil das Land sich adäquat verteidigen könne, so der General nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wies die Drohungen zurück. „Wenn dieses Regime den schrecklichen Fehler begeht, zu versuchen, Tel Aviv und Haifa zu zerstören, wird es keinen Erfolg haben“, sagte Netanyahu. „Aber das wird der letzte Geburtstag der Revolution sein, den sie feiern.“ Am heutigen Montag hatte der Iran offiziell den 40. Jahrestag der Islamischen Revolution begangen.

Israel ist der Erzfeind Nummer Eins des Irans und die Zerschlagung Israels und die „Befreiung Palästinas“ gehören seit 40 Jahren zur außenpolitischen Doktrin des Landes. Zwar soll diese Feindseligkeit offiziell nur politisch und gegen die israelische Regierung gerichtet sein, aber die Aussagen einiger iranischer Politiker, Kleriker und besonders von Generälen der IRGC grenzen häufig an Antisemitismus.

Irans Mittelstreckenraketen haben eine Reichweite von rund 2.000 Kilometern und könnten daher fast jeden Teil Israels treffen. Die Drohungen der IRGC gegen Israel sind zwar nicht unbedingt der Standpunkt der Regierung, reflektieren jedoch die Richtung der Hardliner im Land. Diese sind gegen Präsident Hassan Rouhanis Entspannungspolitik und hoffen auf seinen Rücktritt, besonders nach dem Ausstieg der USA aus dem Wiener Atomabkommen von 2015.




Kommentieren