Letztes Update am Do, 14.02.2019 06:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salzburg-Wahlen Stadt: Liste SALZ will Klubstärke erreichen



Salzburg (APA) - Mit Christoph Ferch von der Liste SALZ ist 2014 ein frisches Gesicht in den Salzburger Gemeinderat eingezogen. Der Kulturmanager war als Ein-Mann-Fraktion in seinem politischen Einfluss allerdings beschränkt, weil er in Ausschüssen nicht stimmberechtigt war. „Darum haben wir ein ambitioniertes Ziel. Wir wollen den Klubstatus. Und dafür laufen wir unermüdlich“, sagte er im Gespräch mit der APA.

Vor fünf Jahren kam der Altstadtschützer mit seiner „Bürger für Salzburg“-Liste auf 3,4 Prozent der Stimmen. Nun sollen es fünf bis sechs Prozent werden, um stärker in der Stadtpolitik mitreden zu können. „Wir brauchen einen Systemwechsel, um den Stillstand im Wohnbau und in der Verkehrsplanung zu beseitigen. Beide Bereiche sind über Jahrzehnte nicht optimal gelaufen.“ Wenn es sogar einer Gemeinde wie Kitzbühel gelinge, für junge Bürger leistbaren Wohnraum anzubieten, sollte dies auch Salzburg gelingen.

In Holzbauweise ließen sich kompakte, schlüsselfertige Wohnungen ohne teure Vorgaben um 1.500 Euro pro Quadratmeter errichten, damit liege man bei einem Drittel der Kosten der gemeinnützigen Wohnbauträger. „Es ist darum wichtig, dass die Stadt selbst wieder im Wohnbau aktiv wird“, sagte Ferch.

Zugleich forderte der 59-Jährige beim Schutz des UNESCO-Welterbes Salzburger Altstadt mehr Weitblick. „Der Denkmalschutz kommt oft zu kurz“, sagte Ferch etwa in Hinblick auf den geplanten Stahl-Glas-Zubau beim Mozarteum. „Wenn ich an einem Rembrandt Restaurierungsbedarf sehe, werde ich die betroffene Stelle auch nicht mit orangen Leuchtstift ausbessern, nur weil es modern ist oder ich einen Kontrapunkt setzen will.“

Ferch, der im Wahlkampf ohne Plakate und Inserate auskommen will, sein Wahlprogramm aber als Broschüre gedruckt hat, möchte den Durchgangsverkehr zwischen den beiden Stadtbergen reduzieren und das Parken an der Peripherie durch günstige Preise erleichtern. Für die zahlreichen Reisebusse in der Stadt schlägt er eine Garage im Kapuzinerberg vor. „Das würde sich binnen zehn Jahren über die Parkgebühren finanzieren.“

Grundsätzlich brauche es im Verkehr ein Umdenken. „Es muss wegen der vielen Pendler vom Umland in die Stadt geplant werden, das geht nur von Stadt und Land gemeinsam.“ Und Ferch will die Planung des Öffentlichen Verkehrs der Salzburg AG entziehen. „Dass ein dividendenpflichtiger Dienstleister auch die Verkehre plant, sollte sich eigentlich ausschließen. Das muss in die öffentliche Hand zurück.“

Darüber hinaus soll das Thema Sicherheit bei der SALZ eine Rolle spielen. Nach Grazer Vorbild wurde der Verein „Bürger für Polizei“ gegründet, der die Bevölkerung in die Präventivarbeit einbeziehen will. „Ein eigener Sicherheitsdienst für Salzburg kommt aber nicht infrage. Das Gewaltenmonopol muss klar bei der Polizei bleiben.“ Ob die Stadt für Verwaltungsaufgaben wie die Kontrolle der Hundeleinenpflicht Dritte beauftrage oder dies selbst erledige, müsse man diskutieren.




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