Letztes Update am Fr, 22.02.2019 09:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NHM-Experte zu Kuba-Meteorit: „Meteoriten sind nicht radioaktiv“



Wien/Havanna (APA) - „Meteoriten sind nicht radioaktiv“, erklärte der Chef-Kurator der Meteoritensammlung des Naturhistorischen Museums Wien (NHM), Ludovic Ferriere, zu Aussagen kubanischer Experten, dass Teile eines auf Kuba eingeschlagenen Körpers geringe radioaktive Strahlung aufwiesen. Ferriere ist im Gegensatz zu den Kubanern auch überzeugt, dass der Meteorit nicht vom Asteroiden Vesta stammt, sagte er zur APA.

In den vergangenen Tagen machten Warnungen kubanischer Experten Schlagzeilen, dass Teile des Anfang Februar auf der Karibikinsel eingeschlagenen Meteoriten aufgrund deren Radioaktivität auf keinen Fall zu Schmuck verarbeitet werden sollten, der längere Zeit am Körper getragen wird. Ferriere betont, dass Gesteine natürliche Radioaktivität aufweisen können, beispielsweise Granit, „aber deshalb zu sagen, ein Meteorit sei radioaktiv, ist falsch - das einzige Risiko, das besteht, ist einen auf den Kopf zu bekommen. Aber das ist, so weit wir wissen, noch nie passiert“.

Der Experte geht davon aus, dass die Information verbreitet wurde, damit Personen, die Meteoritenteile finden, diese abgeben und nicht behalten. Ferriere bezweifelt auch die Vermutung der Kubaner, dass der Meteorit vom Asteroiden Vesta stammt. „Die Bilder der Meteoritenteile zeigen zweifellos einen gewöhnlichen Chondriten. Wäre es ein Achondrit aus dem Asteroiden Vesta, wäre die Schmelzkruste viel glänzender“, sagte Ferriere.

Im Meteoritensaal des NHM gibt es übrigens eine Reihe neuer Meteoritenproben zu sehen. Darunter ein Teil des spektakulären Meteoriten von Tscheljabinsk und das jüngste Objekt der Meteoritensammlung, ein am 21. Juni 2018 in Russland gefallener, zur Gänze mit Schmelzkruste überzogener Stein. Alle Neuzugänge wurden von Sponsoren zur Verfügung gestellt.




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