Letztes Update am Fr, 08.03.2019 13:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frauentag - Gleichstellung der Geschlechter kommt nur langsam voran



Paris/Wien (APA/dpa) - Trotz zahlreicher Reformen in vielen Ländern kommt die Gleichstellung der Geschlechter einem neuen OECD-Bericht zufolge nur langsam voran. Vor allem tief verwurzelte Vorurteile und soziale Normen sorgten dafür, dass politische Verpflichtungen und Reformen oft nur halbherzig umgesetzt würden, heißt es in dem am Freitag in Paris veröffentlichtem Bericht, für den 180 Länder untersucht wurden.

Demnach reduziert das derzeitige Maß an Diskriminierung das Welteinkommen um 6 Billionen Dollar oder 7,5 Prozent. Den OECD-Experten zufolge verbietet immer noch knapp die Hälfte (88) der untersuchten Länder Frauen, bestimmte Berufe auszuüben. In 24 Ländern brauchten Frauen die Erlaubnis des Ehemannes, um zu arbeiten. In einer Mehrheit (108) der Länder gebe es Bedingungen für eine legale Abtreibung wie etwa, dass das Leben der Mutter in Gefahr sei. In 32 der untersuchten Länder sei es Frauen verboten, für eine bestimmte Zeit lang nach der Scheidung wieder zu heiraten. In 29 Ländern hätten Witwen oder Töchter im Erbrecht nicht dieselben Rechte wie Witwer oder Söhne.

Der Bericht kommt außerdem zu dem Ergebnis, das Frauen in allen Regionen der Welt in ihrer eigenen Familie die größte Diskriminierung erfahren. Demnach übernehmen Frauen 75 Prozent der unbezahlten Hausarbeit und Betreuung. In 27 Ländern seien Frauen gesetzlich verpflichtet, ihrem Ehemann zu gehorchen. Auch in Europa und in Nord- und Südamerika würden Frauen vor allem über die traditionelle Rolle als Mutter und Hausfrau definiert.

Der Sozialinstitutionen- und Gender-Index (SIGI) analysiert, wie Gesetze, soziale Normen und Praktiken auf der Grundlage des Geschlechts diskriminieren. Der Bericht zeigt auf, wie gesetzliche Regelungen zur Gleichstellung der Geschlechter beitragen können. Österreich gehört laut dem Bericht zu den Ländern mit den besten SIGI-Ergebnissen. Es findet sich an 7. Stelle nach der Schweiz, Dänemark und Schweden auf den ersten drei Plätzen. Bei der Diskriminierung in der Familie liegt Österreich demnach im Mittelfeld, bei anderen Kategorien wie die Beteiligung am Erwerbsleben oder persönlichen Freiheiten erfahren Österreicherinnen im Vergleich weniger Diskriminierung.

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( Der Report: http://www.oecd.org/publications/sigi-2019-global-report-bc56d212-en .htm )

~ WEB http://www.oecd.org/ ~ APA322 2019-03-08/13:41




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