Letztes Update am Mo, 11.03.2019 05:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Wahl - Spanien: Sozialisten in der Favoritenrolle



Madrid (APA) - Die Sozialisten von Regierungschef Pedro Sanchez dürften die Europawahlen in Spanien gewinnen. Nach jüngsten Wahlumfragen wird die PSOE vier Mandate zulegen und insgesamt 18 der 59 spanischen EU-Parlamentssitze erhalten. Die konservative Volkspartei (PP) von Oppositionsführer Pablo Casado verliert voraussichtlich drei Sitze und kommt nur noch auf 13 EU-Parlamentarier.

Drittstärkste Formation dürften die liberal-konservativen Ciudadanos mit elf Sitzen (+ neun Mandate) werden. Damit überholen die Ciudadanos die linke Parteiallianz Unidos Podemos, die von elf auf neun EU-Abgeordnete zurückfällt. Einen großen Erfolg dürfte bei den Europawahlen aber auch die rechtspopulistische Vox-Partei feiern, die vor vier Jahren nicht einen einzigen Sitz erhielt und nun auf sieben Parlamentsmandate hoffen darf.

Während Kataloniens separatistische Linksrepublikaner sich aller Voraussicht nach mit einem Abgeordneten im EU-Parlament halten können, werden die baskischen Nationalisten der PNV, die baskischen Linksseparatisten der EH Bildu und auch die katalanische PDeCAT von Separatistenführer Carles Pugidemont wohl keine Sitze mehr in Straßburg erhalten.

Der Ausgang der Europawahlen in Spanien ist heuer aber kaum vorhersehbar, da das Ergebnis der nur einen Monat zuvor stattfindenden spanischen Parlamentswahlen vom 28. April große Auswirkungen auf den Urnengang haben dürfte. So überschatten auch exklusiv spanische Themen wie der Aufstieg der rechtspopulistischen Vox-Partei und der Unabhängigkeitskonflikt in Katalonien den Wahlkampf.

Zudem ist der 26. Mai in Spanien ein Super-Wahlsonntag, der klar durch die nationalen und regionalen Debatten bestimmt wird, da gleichzeitig zu den Europawahlen landesweit Kommunalwahlen und in 13 der 17 autonomen Regionen Regionalwahlen stattfinden.

Die Sozialisten schicken ein Schwergewicht als Spitzenkandidat ins Rennen: Josep Borrell, Spaniens Außenminister und ehemaliger EU-Parlamentspräsident. Die Konservativen wollen ihren Kandidaten erst Anfang April bekanntgeben. Ciudadanos wählte den Finanz-Guru Luis Garicano zum Spitzenkandidaten, Unidos Podemos den jungen Parlamentsabgeordneten Pablo Bustinduy.

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