Letztes Update am Mi, 13.03.2019 09:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klimadebatte im EU-Parlament mit vielen Wünschen



Straßburg (APA) - Mit vielen Wünschen und Forderungen zur Bekämpfung des Klimawandels war die Debatte im EU-Parlament in Straßburg Mittwochfrüh geprägt. EU-Energiekommissar Miguel Arias Canete sagte, bis 2050 müssten die Treibhausgas-Emissionen fast auf Null reduziert werden. Allgemein wurde die Vorreiterstellung der EU beim Kampf gegen den Klimawandel unterstrichen.

Die rumänische Europa-Staatssekretärin Melania Ciot als Vertreterin der EU-Ratspräsidentschaft betonte, die Union müsse eine führende Rolle beim Klimaschutz spielen. Die EU stehe hinter den Zusagen zum Pariser Abkommen. Canete sagte, Europa könne stolz auf das Erreichte sein, doch sei mehr notwendig. Das Wirtschaftsmodell müsse umgestülpt werden. Der Schwerpunkt müsse auf Investitionen in eine effizientere Wirtschaft gesetzt werden.

Der EVP-Abgeordnete Peter Liese forderte „Visionen“, um bis 2050 klimaneutral werden zu können. Es sei auch möglich, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Wesentlich sei aber auch der gerechte Übergang zur Klimaneutralität. „Wir müssen den Menschen in den Kohleregionen helfen und Ersatzarbeitsplätze finden. Die Energieintensive Industrie muss in den Stand versetzt werden, CO2-frei zu produzieren.“

Der SPD-Mandatar Udo Bullmann zeigte sich erfreut über die Demonstrationen vorwiegend Jugendlicher auf den Straßen Europas für eine bessere Klimapolitik. Er warf den Konservativen, Liberalen und extrem Rechten im Parlament vor, eine offene Debatte mit Vertretern dieser Jugendlichen zu verweigern. Außerdem wäre es wichtig, aus dem Stabilitäts- und Wachstumspakt einen Nachhaltigkeitspakt zu machen.

Die Konservative Abgeordnete Jadwiga Wisniewska forderte eine faire Energiewende auch für die Bergwerksregionen. Polen setze zu 80 Prozent in seinem Energiemix auf Kohle, Frankreich nur zu zwei Prozent. „Natürlich wollen wir eine saubere Umwelt, aber man muss auch den Staaten eine Chance geben, die mehr auf Kohle gesetzt haben“.

Der liberale EU-Mandatar Gerben-Jan Gerbrandy forderte eine Förderung des grünen Denkens in allen Bereichen. „Wir müssen Investitionen vergrünen“, sonst sei der Kampf gegen den Klimawandel verloren.

Der Grüne Europaabgeordnete Bas Eickhout verlangte mehr Anstrengungen der EU. Es gehe um eine Klimakrise. „Wenn das Klima eine Bank gewesen wäre, wäre es inzwischen gerettet werden.“ Die Zukunft Europas seien grüne Arbeitsplätze.

Lynn Boylan von den Linken sagte, die bisherigen Ziele aus dem Pariser Abkommen reichten nicht. „Das ist ein bisschen so, als ob wir versuchen, uns mit dem Regenschirm vor einem Tornado zu schützen“.

Evi Eleonora von der EFDD (Europa der Freiheit und Direkten Demokratie) sagte, „wir kochen unseren Planeten langsam. Die Temperaturen gehen immer weiter hoch“. Die heute gesetzten Ziele reichten dafür nicht aus. Es reiche jetzt mit der Sparpolitik und Einschränkung von Investitionen in erneuerbare Energie. Joelle Melin von der ENF (Europa der Nationen und Freiheit) sagte, nicht ökologische Freihandelsabkommen müssten ein Ende haben und natürliche Ressourcen dürften nicht zu Waren werden.

~ WEB http://www.europarl.europa.eu/portal/de ~ APA111 2019-03-13/09:54




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