Letztes Update am Fr, 15.03.2019 05:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Brand eines Windrades - Prozess in Eisenstadt wird fortgesetzt



Eisenstadt/Gols (APA) - Anfang Jänner hat sich in Eisenstadt ein 41-jähriger Elektroinstallateur vor Gericht verantworten müssen, weil er im Dezember 2017 den Brand eines Windrades in Gols (Bezirk Neusiedl am See) verursacht haben soll. Der Mann und ein Kollege wurden schwer verletzt. Heute, Freitag, wird der Prozess fortgesetzt. Als Zeugen sind u.a. der Chef und der direkte Vorgesetzte des Angeklagten geladen.

„Ich glaube, dass man prüfen sollte, ob da nicht der Falsche sitzt“, meinte Rudolf Tobler, der Verteidiger des Angeklagten, am Ende des ersten Prozesstages am 8. Jänner. Im Laufe der Verhandlung hatte sich herausgestellt, dass sein Mandant, der einst für eine Servicefirma tätig war, laut eigenen Angaben keinerlei spezifische Schulungen erhalten hatte, obwohl er dies mehrmals verlangt hatte.

Der 41-Jährige, dem fahrlässige Körperverletzung und fahrlässiges Herbeiführen einer Feuersbrunst vorgeworfen wird, berichtete, dass am Vortag einem Kollegen eine Sicherung in einen Schaltkasten gefallen sei und sein 22-jähriger Kollege und er diese am Nachmittag des 19. Dezembers 2017 wieder herausholen hätten sollen. Dazu wäre allerdings das Abschalten des Stroms nötig gewesen, was die beiden jedoch nicht hätten tun dürfen und auch nicht getan haben. Stattdessen habe man sogenannte Elektrohandschuhe geliefert bekommen und schließlich damit weitergearbeitet.

Zum Kurzschluss sei es gekommen, als er die Sicherung noch gar nicht in der Hand hatte, so der Angeklagte. Das Feuer war damals in rund 100 Metern Höhe ausgebrochen. Die beiden schwer verletzen Arbeiter konnten noch vom Turm absteigen.

Was wirklich zum Brand geführt hat, war zunächst unklar. Laut Wolfgang Brandl, Sachverständiger für elektrische Anlagen, dürfte der Kurzschluss im Netzanschlussschrank diesen ausgelöst haben. Ob allerdings das Handeln des Angeklagten tatsächlich dafür verantwortlich war oder andere Einflüsse dafür gesorgt hätten, blieb offen.

Richterin Daniela Berger lud für den zweiten Verhandlungstag eine Reihe von Zeugen sowie einen Brandschutzsachverständigen. Der Prozess war bis 15.00 Uhr anberaumt. Ein Urteil dürfte zu erwarten sein.




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