Letztes Update am Sa, 20.04.2019 02:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Perus Ex-Präsident bleibt wegen Korruptionsaffäre in Haft



Lima (APA/dpa) - Die peruanische Justiz hat die Untersuchungshaft für den früheren Staatschef Pedro Pablo Kuczynski wegen laufender Korruptionsermittlungen auf bis zu drei Jahre ausgedehnt. Ein Richter weitete am Freitag die bisher nur für zehn Tage gültige U-Haft Kuczynskis aus. Der Ex-Präsident (2016-2018) soll in einen Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verstrickt sein.

Odebrecht hat nach Angaben der in Brasilien verurteilten Konzernmanager Hunderte Millionen Dollar Schmiergeld in ganz Lateinamerika gezahlt, um an lukrative Staatsaufträge zu kommen. Kuczynski streitet ab, Odebrecht-Geld angenommen zu haben. Vor einem drohenden Amtsenthebungsverfahren trat er vor einem Jahr zurück. Am Dienstag wurde er wegen Herzbeschwerden in ein Krankenhaus eingeliefert.

Der frühere Staatschef Alan García (1985-1990 und 2006-2011) erschoss sich am Mittwoch, als ein Staatsanwalt versuchte, ihn nach Anordnung eines Richters im selben Fall in U-Haft zu nehmen. Am Freitag wurde García in Lima eingeäschert. Seine Angehörigen lehnten ein Staatsbegräbnis ab. Eine Tochter Garcías verlas einen Abschiedsbrief ihres Vaters: „Ich hinterlasse meine Leiche als Zeichen der Verachtung gegenüber meinen Gegnern.“

Acht Anhänger von Garcías sozialdemokratischer APRA-Partei kamen am Freitag bei einem Busunfall ums Leben, als sie von der nordperuanischen Stadt Piura nach Lima zur Totenwache des gestorbenen Ex-Präsidenten reisten.




Kommentieren