Letztes Update am Di, 07.05.2019 11:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kosovo will Sondergericht für Kriegsverbrechen von Serben



Prishtina (Pristina) (APA) - Die kosovarischen Behörden wollen ein Sondergericht einrichten, das sich ausschließlich mit den während des Krieges (1998-99) von Serben begangenen Kriegsverbrechen befassen soll. Nach einem Treffen mit Verbänden von Kriegsverbrechensopfern und Familienangehörigen von Vermissten am Montag kündigte Parlamentspräsident Kadri Veseli eine entsprechende Entscheidung des Parlaments an.

Das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im einstigen Jugoslawien habe die Strafverfolgung, was die von Serben im Kosovo begangenen Kriegsverbrechen angeht, nicht abgeschlossen, sagte Veseli. Die internationale Gerechtigkeit sei nicht erfolgreich gewesen, wurde der Parlamentspräsident am Dienstag von Medien zitiert. Seit Kriegsende seien im Kosovo Albaner wegen Kriegsverbrechen zu insgesamt 189 Jahre Haft verurteilt, aber nur 29 Jahre Haft gegenüber serbische Kriegsverbrecher verhängt worden.

Mit Zustimmung des kosovarischen Parlaments war bereits 2015 ein Sondergericht für Kriegsverbrechen der albanischen „Befreiungsarmee des Kosovo“ (UCK) gegründet worden. Das Gericht, das offiziell ein Bestandteil des kosovarischen Justizsystems ist, hat seinen Sitz in Den Haag und ausschließlich internationales Personal. Seit Jahresbeginn laufen vor dem Gericht Anhörungen von mutmaßlichen Kriegsverbrechern. Bisher wurde noch keine Anklage erhoben.




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