Letztes Update am Do, 09.05.2019 06:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Straßentunnel 2 - Modernste Technik für mehr Sicherheit



Flachau/Wien (APA) - Neben dem Bau zweiter Röhren hat die Asfinag aber auch bestehende Tunnel verbessert. So wurden etwa bei Österreichs längstem Straßentunnel, dem 14 Kilometer langen Arlbergtunnel (S16), 37 zusätzliche Fluchtwege errichtet. Aktuell entstehen beim zehn Kilometer langen Plabutschtunnel bei Graz (A9) 20 zusätzliche Fluchtwege.

Bei der Generalerneuerung von bestehenden Röhren werden außerdem die Beleuchtung, die Energieversorgung, die Notrufstellen, die Videoüberwachung, die Löscheinrichtungen oder die Tunnelbeschichtung erneuert.

Eine weitere Maßnahme sind sogenannte Thermoscanner: Spezialkameras scannen Schwerfahrzeuge vor der Einfahrt in den Tunnel, erkennen überhitzte Motoren und leiten diese Lkw aus. Erst nach der Abkühlung dürfen sie in den Tunnel einfahren. Am Karawankentunnel wurden dort seit Inbetriebnahme im Mai 2012 über 500 Schwerfahrzeuge abgefangen. Pro Tag werden bis zu 1.200 Lkw gescannt. Eine weitere solche Einrichtung befindet sich vor dem Arlbergtunnel.

Rund 20 Tunnel in Österreich sind inzwischen auch mit einem Akustischen Tunnelmonitoring (AKUT) ausgestattet: Im Abstand von etwa 125 Metern befinden sich Spezialmikrofone, die außergewöhnliche Geräusche „hören“: Quietschen Reifen, kollidieren Fahrzeuge, werden Autotüren zugeschlagen oder platzt ein Reifen, schlägt das System sofort Alarm und aktiviert eine Kamera neben dem Mikrofon, sodass sich die Mitarbeiter in der Überwachungszentrale sofort ein Bild machen und reagieren können. AKUT wurde in Kooperation mit dem steirischen Joanneum Research entwickelt und soll insgesamt in mehr als 50 Tunneln zum Einsatz kommen.

Und in einigen Röhren befinden sich auch Hochdruck-Sprühnebel-Anlagen: Diese können bis zu 90 Minuten feinste Wassernebel im betroffenen Tunnelabschnitt einsprühen und so die Temperatur in Schach halten, bis die Feuerwehr eintrifft und den Brand bekämpfen kann. Bei der Brandkatastrophe im Tauerntunnel 1999 etwa konnten die Löschtrupps wegen der großen Hitze erst viele Stunden nach der Alarmierung bis zur Unfallstelle vordringen. Aktuell sind unter anderem der Lieferinger Tunnel auf der A1 in Salzburg, der Walder Tunnel auf der A9 oder der Arlbergtunnel (S16) mit solchen Anlagen ausgestattet.




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