Letztes Update am Fr, 10.05.2019 13:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Eiskunstlauf: EM 2020 in Graz - Nach 20 Jahren wieder in Österreich



Graz (APA) - Genau zwei Jahrzehnte nach der Eiskunstlauf-EM 2000 in Wien findet wieder eine Europameisterschaft in dieser Sportart in Österreich statt. 150 Aktive aus bis zu 30 Ländern kämpfen von 20. bis 26. Jänner kommenden Jahres in Premstätten bei Graz um Edelmetall. Die steirische Tourismusbranche hofft auf satte Mehreinnahmen und eine hohe internationale Werbewirksamkeit.

Der Rahmen für die internationale Sport-Großveranstaltung wurde am Freitag in Graz der Öffentlichkeit präsentiert. Als einziger Veranstaltungsort für sämtliche Bewerbe ist die Schwarzlhalle in Premstätten südlich von Graz geplant. Ursprünglich war das Liebenauer Eisstadion dafür vorgesehen gewesen. Wegen Problemen mit einer Anrainerin und der zeitlichen Konkurrenz mit der heißen Phase der Eishockey-Saison (Graz 99ers) sei man gezwungen gewesen, auf die Schwarzlhalle auszuweichen, so Sportlandesrat Kurt Hohensinner (ÖVP).

Für die Zuschauer - die Schwarzlhalle fasst 5.000 - ist ein öffentlicher Shuttleservice aus der Innenstadt geplant. Die Trainings sollen hingegen in der Eishalle der Gemeinde Hart im Südosten von Graz stattfinden.

Sportlich erwartet man sich einerseits neue Impulse für die Disziplin. Sowohl die Präsidentin des Österreichischen Eiskunstlauf-Verbandes, Christiane Mörth, als auch Österreichs Aushänge-Paarlauf-Duo Miriam Ziegler und Severin Kiefer betonten, dass es derzeit aufgrund mangelnder Infrastruktur und Publikumsinteresse unter anderem beim Nachwuchs hapere. Es sei „noch immer schwierig, in Österreich diesen Sport auszuüben“, meinte Kiefer, der gemeinsam mit seiner Partnerin seine Trainingszelte in Berlin aufgeschlagen hat.

Natürlich hofft das Duo, das mittlerweile zur Weltklasse im Paarlauf zählt, in Graz auf Edelmetall. „Wir werden alles daran setzen, eine Medaille zu holen“, sagte Ziegler.

Auch wirtschaftlich werden hohe Erwartungen in die EM gesetzt. Tourismuslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) hofft einerseits auf ein ordentliches Plus für Hotellerie und Gastronomie in Graz und dem unmittelbaren Umland. Außerdem sei die Europameisterschaft eine Chance, die Vorzüge des Urlaubslands Steiermark international ins Rampenlicht zu rücken.

Eine Schätzung, wie viele internationale Gäste man sich in der vierten Jännerwoche erwartet, scheint es nicht zu geben. Jedenfalls wollte sich keine der verantwortlichen Personen dazu hinreißen lassen. Hallen-Manager Klaus Leutgeb rechnet jedenfalls damit, die rund 5.000 Zuschauer fassende Veranstaltungshalle an allen fünf Wettkampftagen ausverkauft zu bekommen.




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