Letztes Update am Fr, 10.05.2019 19:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Prozessfinanzierer nimmt Online-Casinos ins Visier



Wien (APA) - Ein Prozessfinanzierer nimmt nun das Online-Glücksspiel ins Visier, Spielverluste sollen eingeklagt werden. Laut „Kurier“ (Samstagausgabe) gibt es eine Sammelklage gegen in Österreich nicht bewilligte Internetglücksspielbetreiber.

Die Casinos Austria begrüßten auf Nachfrage der Zeitung „jedes Vorgehen gegen bewilligungsloses Glücksspiel“.

In Österreich haben die Casinos Austria die einzige staatliche Lizenz für Online-Glücksspiel mit ihrer Plattform win2day. Ansonsten ist das Anbieten von Internet-Glücksspielen hierzulande nicht erlaubt. Diese Rechtslage nutze der Prozessfinanzierer AdvoFin zu einer Sammelklage-Aktion gegen Anbieter dieser in Österreich nicht bewilligten Online-Casinos und deren Zahlungsdienstleister, heißt es im Bericht.

AdvoFin übernehme für Glücksspielgeschädigte das Prozessrisiko und erhalte im Erfolgsfall 37 Prozent des Rückzahlungserlöses, bei einer außergerichtlichen Lösung - die nach AdvoFin-Erfahrungen üblicherweise von den meisten Anbietern bevorzugt wird - seien es 19 Prozent.

Nicht nur die bekannten Big Player der Branche wie bwin, Interwetten, Mr. Green, bet365, bet-at-home, 888 Holdings und Unibet habe der Prozessfinanzierer im Visier, auch Anbieter wie Progress Player mit 51 Online-Casinos und Aspire Global, ein Anbieter von Gaming-Software, der selbst 13 Online-Casinos betreibe. Die 15 größten Anbieter unterhielten insgesamt 1.500 Online-Casinos.

Die meisten Anbieter operierten von Malta, Gibraltar, Großbritannien, Irland und von den niederländischen Antillen aus. Sie verfügten meist über örtliche Konzessionen. Die Betreiber sitzen rechtlich gesehen somit im EU-Inland. Malta hat die meisten Anbieter. „Die Spieler spielen nachweislich in Österreich. Das können wir mit den Internet-Protokoll-Adressen belegen“, wird AdvoFin-Chef Gerhard Wüest zitiert. „Es gibt eine weitere elektronische Spur. Der Spieler kauft diese Spiel-Pakete meist über namhafte Zahlungsdienstleister. Wir können durch die Belege den Nachweis erbringen, wie viel ein Spieler dabei verloren hat.“ Das reiche, um vor einem österreichischen Gericht Klagen zu können. Österreich sei somit der Tatort.




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