Letztes Update am So, 12.05.2019 04:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Irans Präsident ruft zur Einheit auf



Teheran (APA/Reuters) - Irans Präsident Hassan Rouhani hat angesichts verschärfter Wirtschaftssanktionen der USA zur Einheit seines Landes aufgerufen. „Der Druck der Feinde ist ein beispielloser Krieg in der Geschichte unserer Islamischen Revolution“, sagte Rouhani laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna am Samstag vor Vertretern der verschiedenen politischen Lager im Iran.

„Aber ich verzweifle nicht und ich habe große Hoffnung für die Zukunft und glaube, dass wir diese schwierigen Bedingungen überwinden können, vorausgesetzt wir sind vereint.“ Es lasse sich nicht sagen, ob die Lage besser oder schlechter sei als während der Kriegsphase von 1980 bis 1988. „Aber während des Krieges hatten wir kein Problem mit unseren Banken, Ölverkäufen oder Importen und Exporten.“ Lediglich Sanktionen gegen Waffenkäufe habe es damals gegeben.

Rouhani steht im eigenen Land zunehmend in der Kritik. Selbst einige moderate Politiker, die bisher fest zu ihm standen, haben sich inzwischen von ihm abgewendet.

US-Präsident Donald Trump hat seit dem einseitigen Ausstieg seines Landes aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran vor einem Jahr die Sanktionen gegen die Islamische Republik schrittweise wieder in Kraft gesetzt und erst kürzlich abermals verschärft. Ziel ist es insbesondere, die wichtigste Einnahmequelle des Irans, die Ölindustrie, zum Versiegen zu bringen. Der Iran setzte vor wenigen Tagen im Gegenzug Teile seiner Verpflichtungen aus der Atomvereinbarung, die die anderen Vertragspartner, darunter Deutschland, erhalten wollen, außer Kraft. Parallel nahmen Warnungen vor einer militärischen Auseinandersetzung zu.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas warb trotz der Rückschläge für das Atomabkommen. „Gerade weil wir dem Iran misstrauen, brauchen wir das Abkommen. Es ist jedenfalls im Moment der sicherste Weg, den Iran davon abzuhalten, Atomwaffen zu bauen“, sagte Maas zu „Bild am Sonntag“. Mit klaren Regeln und Kontrollen erreiche man mehr als mit Drohungen allein. „Wir müssen gemeinsam mit unseren europäischen Partnern alles tun, um militärische Auseinandersetzungen zu verhindern.“




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