Letztes Update am So, 12.05.2019 08:04

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Nationalrat: Die Plenarwoche 2 - Herbstferien



Wien (APA) - 6. UNGSBERICHT

Debattiert wird der aktuelle „Bildungsbericht“, der vom Bundesinstitut für Bildungsforschung erstellt wurde. Dieser zeigt etwa, dass ganztägige Schulformen vor allem im städtischen Bereich genutzt werden - und dort vor allem von Kindern mit höher gebildeten und beruflich bessergestellten Eltern. Im ländlichen Bereich funktioniert die soziale Mischung besser. Ein weiteres unerfreuliches Ergebnis: Weniger erfahrene oder fachfremde Pädagogen unterrichten tendenziell öfter Klassen mit schwierigen Rahmenbedingungen. Die österreichischen Lehrer nehmen im internationalen Vergleich relativ häufig an Fortbildungen teil. Allerdings dominieren dabei „Einmal- und Kurzformate“, die tendenziell weniger effektiv sind als mehrphasige oder modulare Angebote.

Bei der Ausbildung entscheiden sich in Österreich Burschen den Daten des Berichts zufolge noch immer für „typisch männliche“ Berufe vor allem aus dem technischen bzw. gewerblichen Bereich, Mädchen vor allem für „typisch weibliche“ aus dem sozial- und wirtschaftsberuflichen Bereich. Dieser Trend hat sich zuletzt sogar verstärkt.

7. KOPFTUCHVERBOT

In Österreichs Volksschulen gibt es künftig ein Kopftuchverbot, das im Wesentlichen muslimische Mädchen betreffen wird. Denn die Koalition hat klar gestellt, dass die jüdische Kippa und die Patka der Sikhs vom Verbot nicht betroffen sind.

8. HERBSTFERIEN

Ab dem Schuljahr 2020/2021 wird es Herbstferien von 27. bis 31. Oktober geben, also zwischen Nationalfeiertag und Allerheiligen. Dafür fallen der freie Dienstag nach Ostern und jener nach Pfingsten weg und es werden die schulautonomen Tage derart zusammengestrichen, dass die Zahl der Schultage insgesamt gleich bleibt.

9. BIFIE

Vereinbart wird die Umbenennung und Umorganisation des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie). Ab 1. Juli 2020 heißt es „Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Bildungswesen“ (IQS) und wird von einer eigenständigen Einrichtung zu einer nachgeordneten Dienststelle des Bildungsministeriums. Das Bifie führt derzeit unter anderem internationale Studien wie PISA sowie nationale Erhebungen wie die Bildungsstandards durch und erstellt die nationalen Bildungsberichte.

10. MITTELSCHUL-LEHRER

Künftig sollen Lehrkräfte, die eine universitäre Lehramtsausbildung nach altem Studienplan abgeschlossen haben, regulär an Mittelschulen und Polytechnische Schulen angestellt werden können. Bisher war dies nur über einen Sondervertrag möglich, was dienstrechtliche Nachteile nach sich zog.

11. SEX UND SCHULE

Drei SPÖ-Anträge, die im Unterrichtsausschuss allesamt abgelehnt wurden, werden einer gemeinsamen Debatte unterzogen. So beantragten die Sozialdemokraten etwa die Sicherstellung und Finanzierung moderner sexueller Bildung an Schulen. Ferner schlug die SPÖ vor, die Durchführung von sexualpädagogischen Workshops des umstrittenen Vereins „Teen Star“ zu untersagen. Ein weiteres Verlangen lautete, Sensibilisierungsprogramme zum Thema Gewaltschutz in Schulen, der Justiz und der Polizei sowie Präventionsprogramme und Antigewalttrainings für Gefährdende zu verstärken.

12. MEDIENKOMPETENZ

Ein Antrag der NEOS verlangt vom Bildungsminister, einen Plan vorzulegen, wie die Medienkompetenz in der Erwachsenenbildung nachhaltig verankert werden kann, um angemessen auf Bedrohungen durch Desinformationskampagnen zu reagieren und am Aufbau einer resilienten Gesellschaft mitzuwirken.




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