Letztes Update am Do, 16.05.2019 06:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


64. Song Contest - Delegationschef: „Publikum schwer vorherzusagen“



Tel Aviv/Wien (APA) - Stefan Zechner ist mittlerweile ein im besten Sinne Routinier des Eurovision Song Contests. Seit 2011 ist der Fernsehprofi als Delegationsleiter Chef des ESC-Projekts im ORF. Kurz vor dem für Österreich entscheidenden 2. Halbfinale sprach Zechner mit der APA über die Sicherheitslage, die Stimmung in Tel Aviv und darüber, was eigentlich genau sein Job ist.

APA: Kurz vor der ESC-Woche gab es eine erneute Eskalation im Konflikt Israel und Hamas. Wie nehmen Sie die Sicherheitslage beim ESC wahr?

Stefan Zechner: Überhaupt nicht gesteigert - gefühlt ist es sogar weniger als in den Vorjahren. Wir hatten ja einige Sicherheitsbesprechungen, bevor wir hierhergekommen sind und waren auch im Außenministerium. Entsprechend haben wir alle erwartet, dass wir in Sicherheitspersonal ersticken. Das ist aber überhaupt nicht so. Wie es die Israelis hinbekommen, weiß ich nicht. Aber man merkt in der Stadt überhaupt nichts von einer angespannten Situation.

APA: Ist die Stimmung allgemein mit den ESC-Städten der Vorjahren vergleichbar?

Zechner: In den Teilen der Stadt, in denen wir uns meist bewegen, bekommt man zwar relativ wenig von der Eurovision mit. Aber im Eurovision Village ist extrem viel los. Insgesamt kann man also sagen, dass die Stimmung gut ist, weil Israel einfach ein sehr Song-Contest-affines Land ist.

APA: Wir sind am Tag des 2. Halbfinales, die Show für Paenda steht. Was ist jetzt noch Ihr Job als Delegationsleiter?

Zechner: Den Laden zusammenzuhalten. Und die Daumen zu drücken, dass wir die hohen Erwartungen, die wir uns selbst gesetzt haben, erfüllen. Die Rahmenbedingungen rund herum stimmen - jetzt kommt es ganz auf Paenda selbst an.

APA: Sind in Ihren Augen für einen Song wie Paendas „Limit“ die Stimmen der Jury wichtiger oder die des Publikums?

Zechner: Das ist schwer einzuschätzen. Natürlich ist es so, dass die Jurys eher die Qualität schätzen. Und Paenda ist eine hochwertige Musikerin, die ihre Sachen selbst schreibt. Aber das Publikum ist schwer vorherzusagen. Wir hatten etwa bei Nathan Trent damals sehr hohe Jurypunkte bekommen und dann von den Zuschauern 0 Punkte bekommen, obwohl ich mir total sicher war. Das ist einfach manchmal unvorhersehbar.

(Das Gespräch führte Martin Fichter-Wöß/APA)

~ WEB http://orf.at ~ APA039 2019-05-16/06:00




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