Letztes Update am Do, 16.05.2019 06:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Eishockey: ÖEHV-Team hofft im ersten Schlüsselspiel auf ersten Erfolg



Bratislava (APA) - Am Freitag (16.15 Uhr/live ORF Sport +) geht Österreichs Nationalmannschaft bei der Eishockey-WM erstmals nicht als krasser Außenseiter auf das Eis der Ondrej Nepela Arena in Bratislava. Norwegen ist zwar leichter Favorit, nach vier teils kräftigen Niederlagen aber so wie die ÖEHV-Auswahl auch noch ohne Punkt.

Norwegen ist seit 2006 Stammgast in der A-WM mit drei Viertelfinal-Teilnahmen als Höhepunkte. Heuer ist die Chance auf den Aufstieg längst dahin, Klassenerhalt heißt nun das Ziel. Teamchef Petter Thoresen hat dafür NHL-Stürmer Andreas Martinsen (Chicago Blackhawks) und zwölf Spieler aus europäischen Topligen, davon acht aus der schwedischen SHL, zur Verfügung.

„Man darf sich nichts vormachen. Sie sind schon 60:40-Favorit, aber es ist schon ein anderes Niveau als die Schweiz und Lettland. Wir rechnen uns schon Chancen aus“, erklärte Österreichs Teamchef Roger Bader.

Sein Gegenüber will von der Favoritenrolle nichts wissen. „Nicht, nachdem was bisher bei diesem Turnier passiert ist“, sagte Thoresen. Die Norweger haben zwar nur gegen die Topteams gespielt, die Art und Weise der Niederlagen schmerzt aber. „Ich bin enttäuscht von den ersten drei Spielen“, erklärte Thoresen. Nach einem Meeting mit dem Team war es beim 1:4 am Mittwoch gegen die Schweiz „ziemlich gut, aber wir waren nicht gut genug, um zu gewinnen.“

Selbstkritisch auch die Spieler. „In den ersten drei Spielen hat nichts geklappt, wir waren wirklich schlecht“, sagte Sondre Olden. „Wir waren vorbereitet, dass die ersten Spiele hart werden. Es ist okay, wenn man verliert, aber nicht so. Vor allem das Spiel gegen Schweden (1:9)“, ärgerte sich der Stürmer der Vienna Capitals. „Wir müssen härter kämpfen, Norwegen war zuletzt erfolgreich, wenn es mit Herz gespielt hat“, so Olden.

Nun gelte es, sich noch einmal zu verbessern, weil „Österreich schwer zu schlagen ist. Sie spielen defensiv gut und haben gute Torhüter“, erklärte Thoresen. Das sieht auch Olden so. „Österreich hatte auch harte Spiele. Aber sie haben gute Spieler, das wird hart“, meinte der Clubkollege von Peter Schneider, Patrick Peter und Bernhard Starkbaum.

Die Ausgangslage ist bei beiden Teams ähnlich, aber für beide Seiten auch nicht überraschend. „Es war vorhersehbar, dass es so kommt. Wenn man sich das Ranking anschaut, stehen wir dort, wo wir hingehören“, stellte Thomas Raffl fest. „Wir müssen das hinter uns lassen und die positiven Dinge mitnehmen. Mit Norwegen und Italien kommen die Mannschaften noch, die wir schlagen können. Wenn wir das schaffen, ist alles gut“, erklärte der Kapitän.

Der letzte WM-Sieg gegen Norwegen ist schon 20 Jahre her, Aufeinandertreffen gab es aber auch selten. Seit einem österreichischen 3:0-Erfolg 1999 gewann Norwegen beide WM-Duelle: 2007 mit 3:2 nach Verlängerung, 2011 mit 5:0 in Kosice.




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