Letztes Update am Fr, 17.05.2019 10:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kosovarische Völkermord-Resolution - Abgeordnete zeigte Irak-Foto



Prishtina (Pristina) (APA) - Bei der Annahme einer Resolution über „Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen“ des serbischen Staates an Kosovo-Albanern am Donnerstag im Parlament des Kosovo hat sich eine Abgeordnete zur Illustration offenbar eines Fotos bedient, das mit dem Kosovo-Krieg (1998/99) gar nichts zu tun hat. Das berichtete die kosovarische Tageszeitung „Zeri“ am Freitag.

Demnach zeigte Flora Brovina von der Demokratischen Partei (PDK) während der Debatte über die Resolution das Bild einer angeblich von serbischen Sicherheitskräften vergewaltigten kosovo-albanischen Frau. Es stellte sich laut „Zeri“ aber heraus, dass die Fotografie einem irakischen Portal entnommen worden war. Brovina war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Nach Angaben der kosovarischen Behörden wurden im Krieg etwa 20.000 Frauen von serbischen Sicherheitskräften vergewaltigt; es kam auch zu Massakern an der Zivilbevölkerung beider Seiten. Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im Kosovo-Krieg gab es Anklagen und auch Verurteilungen. Dass es einen Völkermord an den Kosovo-Albanern gab, ist allerdings gemäß UNO-Definition nicht allgemein anerkannt.

79 der anwesenden Abgeordneten stimmten für die „Völkermord-Resolution“; die Vertreter der serbischen Volksgruppe im kosovarischen Parlament blieben der Sitzung fern.




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