Letztes Update am Di, 21.05.2019 10:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


75-Jährige im Burgenland erstochen: Angeklagter bekennt sich schuldig



Eisenstadt (APA) - In Eisenstadt muss sich heute, Dienstag, ein 32-jähriger Burgenländer in einem Schwurprozess vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, im November des Vorjahres in Rohrbach (Bezirk Mattersburg) eine 75-jährige Frau erstochen zu haben. Zum Prozessauftakt bekannte sich der Mann, der laut einem Gutachten an einer schwerwiegenden schizoiden Persönlichkeitsstörung leidet, schuldig.

Der Angeklagte, der bei der Frau gelegentlich Arbeiten verrichtet habe, sei am Tattag, dem 11. November 2018, am Abend in den Keller des Hauses gegangen und habe mit einem Messer auf sie gewartet, beschrieb Staatsanwältin Verena Strnad. Als er sie entdeckt habe, habe er wortlos einmal auf die Pensionistin eingestochen, worauf die Frau nach hinten in einen Plastiktrog gestürzt sei, aus dem sie sich nicht mehr habe befreien können.

„Dort war sie dann seinen Angriffen ausgesetzt. Er hat dann wieder und wieder und wieder auf sie eingestochen.“ Das Opfer habe sich trotz der Verletzungen ins Obergeschoß ?schleppen können und die Polizei verständigt. Der Angeklagte, der das bei der Tat benutzte Messer sowie Handschuhe mitgebracht hatte, sei dann nach Hause gegangen und habe sich vor den Fernseher gesetzt.

Die Frau habe insgesamt neun Stich- und Schnittverletzungen erlitten, davon fünf im Bereich des linken oberen Brustkorbes. Ein Stich sei bis in die Bauchhöhle gegangen und habe den Dickdarm getroffen. Einmal sei das Brustbein durchsetzt worden, auch Herz und Herzbeutel wurden verletzt, zwei Stiche trafen auch die Lunge. „Insgesamt haben fünf Stiche zu lebensgefährlichen Verletzungen geführt“, erläuterte Strnad. Die 75-Jährige sei am selben Tag im Spital ihren Verletzungen erlegen.

Der Angeklagte leide an einer schweren schizoiden Persönlichkeitsstörung, die handlungsbestimmend gewesen sei für diese Tat. Laut dem Sachverständigen bestehe die Gefahr, dass der 32-Jährige unter Einwirkung dieser Störung wieder eine solche Tat begehen könne. Die Staatsanwaltschaft beantrage eine tat- und schuldangemessene Bestrafung und die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, sagte Strnad.




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