Letztes Update am Di, 21.05.2019 11:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


75-Jährige im Burgenland erstochen 3 - Pölster als Auslöser



Eisenstadt (APA) - Er sei am Tag der Tat mit einem Freund beim späteren Opfer gewesen und habe Laub im Garten gerecht, schilderte der Angeklagte bei seiner Befragung. Im Keller der Frau habe er dabei „Gerümpel“ gesehen. Warum er am Abend noch einmal hingegangen sei? „Weil ich noch schauen wollte, ob dort drinnen Pölster gelagert sind“, antwortete der 32-Jährige.

„Was bedeuten Pölster für sie?“, fragte ihn die Vorsitzende des Geschworenensenats, Karin Lückl. Der Angeklagte schilderte, dass er auf mit Schaumstoff gefüllte Pölster zehn bis 15 Minuten stark reagiere, seien hingegen Federn drinnen, „beruhigt es sich wieder“.

„Was wollten Sie im Keller?“, fragte die Richterin. „Die Schaumstoffpölster zerschneiden“, antwortete der Angeklagte. Er habe dies dann aber nicht getan: „Wenn ich angefangen hätte, den Schaumstoff zu zerschneiden, hätte ich den Dreck wieder wegräumen müssen.“ Nachdem er die Frau zuvor im Erdgeschoß gehört habe, seien noch einige Minuten vergangen, bis sie in den Keller gekommen sei. „Warum sind sie jetzt nicht gegangen?“, wollte die Richterin wissen. „Das kann ich leider nicht sagen“, antwortete der Angeklagte nach kurzem Zögern.

Als sie ihn gesehen habe, habe die Frau nur gesagt: „Du schon wieder“, schilderte der 32-Jährige. Dann habe er ihr den ersten Stich versetzt. „Ich kann mir nicht erklären, warum ich zugestochen habe“, meinte der Angeklagte: „Da ist gerade in dem Zeitraum was gerissen bei mir.“

Die Vorsitzende erkundigte sich, was er gefühlt habe, als er zustach. „Wie wenn ich in einen Sandsack stechen tät“, gab der 32-Jährige zur Antwort. Die Frau habe geschrien, und ihm das Messer aus der Hand geschlagen, dann sei er geflüchtet. Was er heute empfinde, wenn er an die Tat denke? „Keine Ahnung“, sagte der Angeklagte. Auf dem Heimweg habe er „ein sehr schlechtes Gefühl“ gehabt. „Also, sie haben schon gewusst, was sie gemacht haben?“, fragte die Vorsitzende: „Ja“, gab der 32-Jährige zur Antwort.




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