Letztes Update am Di, 21.05.2019 14:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vucic kritisierte westliche Botschafter im Kosovo scharf



Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA) - Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat am Dienstag in einem äußerst kritischen Ton auf eine gemeinsame Aussendung der Botschafter Frankreichs, Deutschlands, Italiens, Großbritanniens und der USA in Prishtina nach der Bürgermeisterwahl in den vier mehrheitlich von Serbien bewohnten Gemeinden im Norden des Kosovo am Sonntag reagiert.

Er habe in seinem Leben nichts Dümmeres gelesen, erklärte Vucic bei einem heutigen Besuch in der Vojvodina-Hauptstadt Novi Sad.

Die Botschafter stellten in ihrer Aussendung vom Montag fest, dass der Wahlprozess im Norden des Kosovo in einer ruhigen Stimmung verlaufen sei, machten aber gleichzeitig darauf aufmerksam, dass es „weiterhin einige ungelöste Fragen“ gebe, die den Wahlprozess im Jahr 2017 begleitet hätten. Sie verwiesen in ihrer Aussendung auf den Befund der damaligen EU-Wahlbeobachtermission, die ihre Besorgnis wegen der Einschüchterungen in vielen von Serben bewohnten Regionen bekundet hatte. Ziel waren Parteien, die damals gegen die Belgrad-treue „Serbische Liste“ angetreten waren.

Einer besonders heftigen Hetze, auch seitens der Belgrader regierungstreuen Medien, war damals Oliver Ivanovic, Chef der Bürgerinitiative „Freiheit, Demokratie, Recht“, ausgesetzt worden. Wenige Monate später, im Jänner 2018, wurde der gemäßigte kosovarische Politiker vor dem Sitz seiner Partei in Nord-Mitrovica aus einem vorbeifahrenden Wagen erschossen. Die Täter wurden nicht gefasst.

Die Aufklärung des Mordanschlags auf Ivanovic ist auch eine der Forderungen, die die regierungskritische Opposition bei den seit Anfang Dezember in Serbien anhaltenden Protesten immer wieder gestellt hat.




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