Letztes Update am Mi, 22.05.2019 02:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nicaraguas Nachbarstaaten fordern Freilassung politischer Häftlinge



Managua (APA/dpa) - Um einen Weg aus der Staatskrise in Nicaragua zu weisen, hat die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) die Freilassung aller politischen Gefangenen verlangt. In einer am Dienstag verabschiedeten Resolution rief der ständige Rat der OAS die Regierung von Präsident Daniel Ortega zudem dazu auf, Meinungsfreiheit und friedliche Proteste zuzulassen sowie willkürliche Verhaftungen einzustellen.

Am Montag hatten Nicaraguas Behörden 100 Häftlinge in den Hausarrest entlassen, nachdem die Opposition die seit Monaten andauernden Gespräche mit der Regierung abgebrochen hatte. Die Regierungsgegner wollen erst wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn alle politischen Gefangenen in dem mittelamerikanischen Land auf freiem Fuß sind.

Die Proteste gegen Präsident Ortega hatten sich im April vergangenen Jahres an einer umstrittenen Sozialreform entzündet. Zwar kassierte die Regierung den Gesetzesvorschlag schnell wieder, doch die Demonstrationen weiteten sich immer mehr aus. Die Opposition, zu der auch Unternehmer und Teile der katholischen Kirche gehören, fordert Neuwahlen, ein Ende der Repression und eine freie Presse.

Ortegas Sicherheitskräfte gehen hart gegen die Demonstranten vor. Regierungstreue Paramilitärs machen immer wieder Jagd auf Anhänger der Opposition. Nach Angaben der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) kamen bei den Protesten bisher mindestens 325 Menschen ums Leben. Die Regierung beziffert die Zahl der Todesopfer auf 199, Oppositionsgruppen sprechen von über 550.

~ WEB www.oas.org ~ APA011 2019-05-22/02:56




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