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Letztes Update am Do, 23.05.2019 17:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Dr. Simon Tonini

Erst überlegen, dann posten!

Manchmal bringt der Postbote böse Überraschungen. Eine Abmahnung samt Zahlungsaufforderung — wegen der unerlaubten Verbreitung von Fotos in Blogs oder Social-Media-Beiträgen. Rechtsanwalt Simon Tonini informiert.

Beliebige Bilder aus dem Internet in Postings zu teilen, kann problematisch werden. Vor allem wenn die notwendige Zustimmung dafür fehlt.

© iStockBeliebige Bilder aus dem Internet in Postings zu teilen, kann problematisch werden. Vor allem wenn die notwendige Zustimmung dafür fehlt.



Was versteht man unter einer Abmahnung und wer sendet sie aus?

Tonini: Abmahnungen sind nichts anderes als Schreiben, die auf eine Rechtsverletzung hinweisen. Sie kommen meist von demjenigen, der sich in einem Recht verletzt erachtet — oder von seinem Anwalt. Meist findet sich darin eine Aufforderung, eine Unterlassungserklärung abzugeben und einen bestimmten Geldbetrag zu bezahlen, um eine Klage bei Gericht zu vermeiden.

Was sind erfahrungsgemäß häufige Ursachen für Abmahnungen?

Tonini: Hier gibt es im Wesentlichen zwei Probleme, die oft auftreten: 1. Fotos, die ohne Zustimmung durch den Nutzungsberechtigten (zumeist Urheber) über soziale Medien oder im Internet verbreitet werden, und 2. Fotos, die den Abgebildeten beleidigen, bloßstellen oder in dessen Privatsphäre eingreifen und ohne seine Einwilligung verbreitet werden. Im 1. Fall geht es um das Foto selbst, im 2. um den Inhalt des Postings. Häufig besteht der Irrtum, dass Fotos, die im Internet oder über soziale Netzwerke kursieren, beliebig verwendet werden können. Es kommt schon vor, dass ein beliebiges Foto aus dem Internet, das man gar nicht selbst gemacht hat, zum eigenen Profilbild oder in Postings wie ein eigenes geteilt wird. Problematisch ist das dann, wenn die dafür notwendige Zustimmung des Urhebers fehlt.

Haben Abmahnungen in letzter Zeit zugenommen?

Tonini: Ja, weil soziale Medien immer mehr Teil des Kommunikationsverhaltens werden — und auch weil es zunehmend effektivere Technologien gibt, die es dem Urheber ermöglichen, seine Fotos im Netz wiederzufinden. Damit können vermeintliche Verstöße natürlich besser bemerkt und verfolgt werden.

Wie soll man auf eine Abmahnung reagieren?

Tonini: Nichts überstürzen. Wenn man ein Abmahnschreiben bekommt, bedeutet das noch nicht, dass man etwas Falsches oder Verbotenes gemacht hat. Der Vorwurf sollte inhaltlich und rechtlich mit dem Rechtsbeistand des Vertrauens geprüft und dann die weitere Vorgangsweise festgelegt werden. So manche Abmahnung erweist sich auch als unberechtigt.

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