Letztes Update am Di, 04.06.2019 06:10

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


30. Jahrestag des Tiananmen-Massakers



Strenge Sicherheitsvorkehrungen prägen an diesem Dienstag den 30. Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung in China. In der Nacht zum 4. Juni 1989 schlugen Truppen der Volksbefreiungsbewegung die wochenlangen friedlichen Proteste in Peking nieder.

Mehrere hundert Menschen kamen ums Leben. Einige Forscher sprechen von mehr als 2.000 Toten. Die genaue Zahl ist unbekannt. Tausende wurden verletzt und inhaftiert.

Das dunkle Kapitel der chinesischen Geschichte ist bis heute ein politisches Tabu in China. Im Vorfeld des Jahrestages wurden Bürgerrechtler oder Angehörige von Opfern festgenommen, unter Hausarrest gestellt oder von Staatssicherheitsagenten aus Peking zwangsweise „in Ferien“ an einen anderen Ort gebracht.

Während jedes öffentliche Gedenken in China unterbunden wird, werden in Hongkong Zehntausende zu einer abendlichen Demonstration mit Kerzenandacht erwartet. Die Bewohner der chinesischen Sonderverwaltungsregion genießen größere politische Freiheiten als die Menschen in der Volksrepublik. Seit der Rückgabe 1997 an China wird die frühere britische Kronkolonie autonom regiert.

Der damalige Studentenführer Wu‘er Kaixi hat anlässlich des Jahrestages internationale Sanktionen gegen die Führungselite in China gefordert. In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Taipeh sagte der heute 51-Jährige, mit der wachsenden Bedrohung durch das diktatorische System in China für die Welt seien alle Staaten gefordert.




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