Letztes Update am So, 09.06.2019 06:44

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Toter Kasseler Regierungspräsident: Festgenommener entlassen



Der im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) in Gewahrsam genommene Mann ist wieder entlassen worden. „Er wurde befragt und konnte danach gehen“, sagte ein Polizeisprecher Sonntagfrüh. Mehr Details gab er nicht bekannt. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“) hatte zuvor berichtet und von einer Festnahme gesprochen.

Lübcke war in der Nacht auf Sonntag gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha bei Kassel mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Der Schuss war den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe mit einer „Kurzwaffe“ abgegeben worden. In der Tatnacht hatte nur wenige Meter entfernt vom Haus des CDU-Politikers ein Kirtag stattgefunden.

Bis Samstagmittag waren 160 Hinweise aus der Bevölkerung zu den möglichen Umständen des Todes von Lübcke eingegangen, wie die Staatsanwaltschaft Kassel und die eingerichtete Sonderkommission der Polizei mitteilten. Bis Donnerstag waren es 80 Hinweise - kurz zuvor hatte das ZDF in „Aktenzeichen XY... ungelöst“ einen Zeugenaufruf ausgestrahlt. Staatsanwaltschaft und Polizei hatten die Bevölkerung am Samstag weiter um Mithilfe gebeten.

Die „FAZ“ hatte am Samstag unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, bei dem Festgenommenen handle es sich um einen jüngeren Mann, der in privater Beziehung zu dem 65-jährigen deutschen Politiker gestanden sein solle. Dort heiße es, man sei sich sicher, den Täter identifiziert zu haben. Auf die Spur des Mannes sei die Polizei durch die umfangreiche Auswertung privater Daten des Getöteten gekommen. Dazu habe dem Vernehmen nach auch die Auswertung seines Mobiltelefons gehört, schrieb die „FAZ“ weiter. Offenbar habe es darüber hinaus weitere Anhaltspunkte gegeben, die zur Festnahme geführt hätten.

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„Wir haben die Person bei uns und wollen Informationen gewinnen“, sagte der Sprecher der Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Sie könne noch nicht als verdächtigt bezeichnet werden. Sie sei am Samstag in Gewahrsam genommen worden.

Die Trauerfeier für den Regierungspräsidenten wird am 13. Juni (16.00 Uhr) in Kassel stattfinden. In der Martinskirche werde es einen Trauergottesdienst mit „protokollarischen Ehrenbekundungen“ geben, hatte die stellvertretende Regierungssprecherin in Hessen, Elke Cezanne, gesagt.




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