Letztes Update am Mo, 01.07.2019 12:08

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Militärbischof übernimmt Führung von Diözese Gurk-Klagenfurt



Militärbischof Werner Freistetter hat am Montag seine Aufgabe als apostolischer Administrator in der Diözese Gurk-Klagenfurt mit einem Besuch in Kärnten übernommen. Auf Weisung Roms löst Freistetter den vom Domkapitel gewählten Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger ab, der die Kirche in Kärnten seit dem Wechsel von Bischof Alois Schwarz nach St. Pölten vor genau einem Jahr leitete.

Für Montag waren Gespräche und ein gemeinsames Mittagessen mit führenden Kärntner Klerikern geplant. Am Dienstag wird sich Freistetter bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt als neuer Administrator vorstellen. Der Termin war ursprünglich für die Veröffentlichung der Rechnungsabschlüsse von Diözese, Bistum und Domkapitel vorgesehen gewesen. Dieses Thema soll eine Woche später extra präsentiert werden.

Die Personalentscheidung von Papst Franziskus sorgt in Kärnten weiter für Widerstand unter den Kirchenmitarbeitern und Gläubigen. Eine Initiativgruppe namens „Forum mündige Christen“ hat sich zusammengetan, für Mittwoch ist eine Kundgebung vor dem Klagenfurter Dom geplant. „Es geht nicht primär um Solidarität mit Engelbert Guggenberger als Person sondern um die Art und Weise, wie er das Problem der Diözese und Bischof Alois Schwarz angegangen ist“, erklärte Gabriel Stabentheiner, der Sprecher der Initiative, gegenüber der APA.

Auch ein Streik sei Thema innerhalb der Belegschaft gewesen, nun habe man sich aber für eine Kundgebung entschieden. „Es geht gegen diesen willkürlichen Versuch der Obrigkeit, die Causa Schwarz weiter zu vertuschen, zu leugnen und auf die lange Bank zu schieben.“ Für die Demonstration wurden 100 bis 200 Teilnehmer erwartet.

Seit genau einem Jahr ist die Diözese Gurk-Klagenfurt nun bereits ohne Bischof, damals übernahm Schwarz die Diözese St. Pölten. Der Wechsel war von Turbulenzen begleitet, Schwarz wurde mit Vorwürfen bezüglich Zölibat und wirtschaftlicher Amtsführung konfrontiert. Inzwischen gibt es auch Verfahren bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Schwarz wies die Vorwürfe stets zurück. Guggenberger legte in seiner Amtsführung großen Wert auf Transparenz, mitunter ging er mit Dingen an die Öffentlichkeit, die der Vatikan unter Verschluss halten wollte, etwa einen Bericht über die Gebarung des bischöflichen Mensalguts in der Ära Schwarz.




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