Letztes Update am Do, 22.08.2019 06:04

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Alle Neune für die „Alte Dame“? Juve auch mit Sarri Favorit



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Auch mit Maurizio Sarri als neuem Coach ist Juventus Turin der klare Favorit vor Beginn der italienischen Fußball-Meisterschaft. Die „Alte Dame“ strebt dabei den neunten Titel in Folge an. Als Herausforderer haben sich neben Napoli auch AS Roma und Inter Mailand mit Valentino Lazaro in Stellung gebracht. Juve und Napoli sind zum Serie-A-Start gleich am Samstag im Einsatz.

Im Gegensatz zur Politik herrschen in Italien im Fußball geordnete Verhältnisse. In den vergangenen acht Jahren holte stets Juventus den Titel, zuletzt gab es für die „Bianconeri“ die 35. Meisterschaft zu bejubeln. Der Rekordmeister setzte sich dabei mit 90 Punkten klar durch, Vizechampion Napoli hatte elf Zähler weniger auf dem Konto. Massimiliano Allegri konnte am Ende der Saison als Trainer mit einer Siegquote von 70 Prozent abtreten - der höchsten in der Juventus-Geschichte.

In seinen fünf Jahren auf der Kommandobrücke hatte er viermal das Double gewonnen und zwei Champions-League-Finali erreicht. Trotzdem bekam Allegri keinen neuen Vertrag mehr. Als neuer Mann kam Maurizio Sarri von Europa-League-Sieger Chelsea. Für den 60-Jährigen, der wenige Tage vor dem Saisonstart mit einer Lungenentzündung kämpft, ist es eine Rückkehr in sein Heimatland. Der ehemalige Banker war von 2015 bis 2018 mit Herausforderer Napoli schon zweimal Vizemeister, ließ dabei den attraktivsten Fußball in der Liga spielen.

Im schwarz-weißen Ensemble wird neuerlich Superstar Cristiano Ronaldo die größte Aufmerksamkeit beanspruchen. „2018 war für mich das schwierigste Jahr auf einem persönlichen Level“, bekannte der Stürmer unter der Woche in einem Interview im portugiesischen Fernsehen. Dabei meinte der 34-Jährige vor allem den Vergewaltigungsvorwurf, den eine US-Amerikanerin gegen ihn erhoben hatte. Mangels Beweisen wurde der Fall im Juli zu den Akten gelegt. Nun hofft der Torjäger, sich wieder ausschließlich auf Fußball konzentrieren zu können.

Das ganz große Ziel ist die Champions League. Dafür hat man sich mit Abwehrmann Matthijs de Ligt, der für 75 Millionen von Ajax Amsterdam kam, sowie den Mittelfeldspielern Aaron Ramsey (ehemals Arsenal) und Adrien Rabiot (Paris Saint-Germain) hochklassig verstärkt. Zudem kehrte Torhüter-Legende Gianluigi Buffon mit 41 Jahren als Ersatzgoalie zurück zu seinem Herzensclub.

Napoli vertraut beim nächsten Anlauf auf den Titel weitgehend der Mannschaft der Vorsaison, neu ist Innenverteidiger Kostas Manolas vom Konkurrenten Roma. Groß aufgerüstet hat Inter Mailand. Neo-Trainer Antonio Conte geht mit Kalibern wie Romelu Lukaku und Diego Godin in die Saison - und ÖFB-Teamakteur Lazaro.

„Man merkt an den Spieler-Verpflichtungen und an der Trainer-Verpflichtung die Ambition, dass wir um den Titel mitspielen wollen“, sagte der Grazer. „Wir hoffen, dass wir Juve den Titel streitig machen können.“ Zuletzt hatte der Club 2010 Meisterehren in Empfang nehmen dürfen.

Stadtnachbar AC Milan ersetzte Trainer Gennaro Gattuso durch Marco Giampaolo, der vorher bei Sampdoria tätig war. Die „Rossoneri“ landeten zuletzt nur auf Platz fünf und wollen zurück in die Champions League. Die AC Fiorentina möchte mit dem 36-jährigen Franck Ribery den Abstiegskampf hinter sich lassen. Als Aufsteiger sind die Traditionsteams Hellas Verona, Lecce und Brescia zurück in der Serie A - bei Brescia fand kurz vor Saisonstart Mario Balotteli Unterschlupf, der sich vor kurzem noch über den „extremen“ Rassismus in den italienischen Stadien beklagte.

Juventus beginnt seine Titelverteidigung am Samstag (18.00 Uhr) bei AC Parma. Napoli trifft um 20.45 Uhr auf die Fiorentina. Lazaro empfängt mit Inter im Montagsspiel Lecce.




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