Letztes Update am Sa, 24.08.2019 05:56

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong wieder frei



Ein zuvor in China festgesetzter Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong ist wieder auf freiem Fuß. Wie die Polizei der südchinesischen Stadt Shenzhen mitteilte, lief die 15-tägige „Administrativhaft“ für Simon Cheng am Samstag ab. Cheng konnte danach nach Hongkong zurückkehren.

Der 28-Jährige war nach Angaben seiner Familie am 8. August an der Grenze zwischen China und Hongkong auf dem Heimweg in die Sonderverwaltungszone verschwunden. Er hatte demnach ein Wirtschaftstreffen in Shenzhen im Südosten Chinas besucht. Erst als der Fall vergangene Woche öffentlich wurde, teilte das chinesische Außenministerium mit, dass Cheng festgenommen worden sei, weil er Gesetze zur öffentlichen Sicherheit verletzt habe.

Bei neuen Demonstrationen bildeten am Freitagabend nach Angaben der Organisatoren 135.000 Menschen eine Menschenkette rund um die Stadt. Sie folgten damit einem Vorbild aus dem Jahr 1989, als schätzungsweise zwei Millionen Menschen in den drei baltischen Staaten auf diese Weise gegen die Sowjetunion protestierten. Am Samstag wurden erneute Proteste in Hongkong erwartet. Der Betrieb am Flughafen lief zunächst reibungslos, obwohl Demonstranten einen „Stresstest“ für die Transportverbindungen zu dem Drehkreuz angekündigt hatten. Die Straßen und Zugverbindungen waren weitgehend frei. Demonstrationen am Flughafen selbst waren gerichtlich verboten worden. Vergangene Woche musste der Flughafen wegen der Proteste vorübergehend den Betrieb einstellen.

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit mehr als zwei Monaten immer wieder zu massiven regierungskritischen Protesten. Auslöser der Demonstrationen war ein Gesetzentwurf der Regierung zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Peking hat Großbritannien und andere Staaten mehrfach davor gewarnt, sich in den Konflikt einzumischen.

„Ich überquere jetzt die Grenze ... Bete für mich“, soll der Konsulatsmitarbeiter vor seinem Verschwinden laut Hongkonger Medien in einer Nachricht an seine Freundin geschrieben haben. Das britische Außenministerium hatte sich besorgt über die Festnahme geäußert.

Hongkong gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China. Als Sonderverwaltungszone hat es noch bis 2047 umfangreiche Sonderrechte garantiert, um die viele Menschen in Hongkong nun bangen. Zentrale Forderungen der Demonstranten sind freie Wahlen und eine unabhängige Untersuchung von Polizeigewalt bei früheren Demonstrationen. Aus der Menge wurden aber auch Rufe nach Unabhängigkeit laut.




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