Letztes Update am Sa, 24.08.2019 06:40

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Ocean Viking“ - Flüchtlinge konnten Hilfsschiff verlassen



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Nach fast zwei Wochen auf dem Mittelmeer haben die 356 Flüchtlinge von dem Rettungsschiff „Ocean Viking“ wieder festen Boden unter den Füßen. Am Freitagabend gingen die Geretteten in Malta an Land, nachdem Marinesboote sie von dem Schiff der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee geholt hatten. Sechs EU-Staaten hatten sich zuvor zur Aufnahme der Menschen verpflichtet.

Die „Ocean Viking“ hatte die Menschen zwischen dem 9. und 12. August vor der libyschen Küste von vier Booten gerettet. Seither wartete das Rettungsschiff auf die Genehmigung zur Einfahrt in einen Hafen. Italien und Malta weigerten sich jedoch, das Schiff einlaufen zu lassen. Die Migranten sollen nun auf Frankreich, Deutschland, Irland, Luxemburg, Portugal und Rumänien verteilt werden.

Erst am Freitag wurde mit der Zusage der sechs EU-Staaten schließlich eine Lösung gefunden. Auf der „Ocean Viking“ brach Jubel aus. Frankreich sagte zu, 150 der Flüchtlinge von der „Ocean Viking“ aufzunehmen. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen an Bord hatten beklagt, dass die Nahrungsmittel auf dem 69 Meter langen Schiff zuletzt immer knapper wurden. Außerdem kritisierten sie einen Mangel an Koordinierung und Solidarität anderer EU-Staaten.

„War es wirklich notwendig, eine qualvolle zweiwöchige Wartezeit aufzuerlegen, um gerettete Menschen von Bord gehen zu lassen?“, sagte Jay Berger von der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF). Frederic Penard von SOS Mediterranee bezeichnete das lange Warten als „schockierend“.

Ärzte ohne Grenzen forderte die europäischen Staats- und Regierungschefs auf, „dringend einen verlässlichen Ausschiffungsmechanismus“ zu schaffen. „Solche unnötigen und belastenden Verzögerungen wegen immer neuer Verhandlungen“ müssten ein Ende haben.

Die „Ocean Viking“ soll nun neue Lebensmittel an Bord nehmen und tanken, die Besatzung wird ausgetauscht. Dann soll das Rettungsschiff wieder Richtung Libyen in See stechen. Die italienische Hilfsorganisation Mediterranea entsandte unterdessen das Rettungsschiff „Mare Ionio“.




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