Letztes Update am Fr, 25.10.2019 00:58

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weißes Haus bekämpft Behörden-Abos von Qualitätszeitungen



Das Weiße Haus hat seine Abonnements der „New York Times“ und „Washington Post“ gekündigt. Damit würden „erhebliche Einsparungen“ im Haushaltsposten für Abos erzielt, erklärte am Donnerstag die Sprecherin der US-Regierungszentrale, Stephanie Grisham. Auch die Bundesbehörden sollten die beiden Publikationen künftig nicht mehr beziehen.

Die „New York Times“ und die „Washington Post“ werden wegen ihrer regierungskritischen Berichterstattung immer wieder zum Ziel von Angriffen von US-Präsident Donald Trump. Er wirft den beiden Zeitungen und anderen Medien, die kritisch über ihn berichten, regelmäßig die Verbreitung von „Fake News“ vor. „Die Abonnements über alle Bundesbehörden hinweg nicht zu erneuern, wird eine erhebliche Kostenersparnis für Steuerzahler bedeuten - Hunderttausende Dollar“, so Grisham.

Kritiker beschuldigen Trump, einer der größten Verbreiter von „Fake News“ zu sein. Nach den Faktencheckern der „Washington Post“ hat Trump in seinen ersten knapp 1.000 Tagen im Amt 13.435 falsche oder irreführende Aussagen getätigt. Aus Grishams Mitteilung ging nicht hervor, wie Bundesbehörden konkret dazu gebracht werden sollen, die beiden Zeitungen nicht mehr zu beziehen. Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter, das Weiße Haus arbeite daran, eine entsprechende Direktive umzusetzen.

Trump hatte dem Sender Fox News am Montag gesagt, die „New York Times“ sei eine „Fake-Zeitung“, die er nicht mehr im Weißen Haus haben wolle. Vermutlich werde das Weiße Haus den Bezug der „New York Times“ und auch der „Washington Post“ stoppen. Im vergangenen Monat hatte Trump die beiden Zeitungen - die zu den führenden Qualitätsmedien in den USA gehören und auch international einen hervorragenden Ruf genießen - als „Feinde des Volkes“ bezeichnet.

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