Letztes Update am Do, 18.08.2011 16:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vermurung im Halltal kann Klettersteigeröffnung nicht trüben

Schon lange steht die geplante Einweihung des neuen Klettersteigs zur Bettelwurfhütte. Am Wochenende löste eine erneute Vermurung des Halltals bei den Bergfexen Verunsicherung aus. Doch die Verantwortlichen bleiben dabei: Der Steig wird eröffnet – allerdings muss mit leicht verlängerten Zu- und Abstiegen gerechnet werden.

© Der neue Absamer Klettersteig bietet Abwechslung und ein tolles Panorama. Fotos: Innsbrucker Alpenverein (2), Kofler (2)



Absam – Ausdauer war immer schon gefragt, um die Bettelwurfhütte im Halltal zu erreichen. Lange Wege, Geröllfelder, leichte Felskletterei: Auf dem Weg nach oben wurde den Alpinisten nichts geschenkt. Jetzt kommt eine neue und anspruchsvolle Variante zur Hütte auf 2077 Metern Seehöhe dazu: Der Absamer Klettersteig, der am Samstag, 20. August, feierlich eröffnet werden soll.

Vermurung durch Gewitter

Doch just ein Wochenende vor der feierlichen Einweihung lösten heftige Gewitter eine neue Vermurung des Halltals aus, Autos wurden – wie schon im Juni – eingeschlossen. Die Räumungsarbeiten laufen zwar auf Hochtouren, ganz so wie geplant wird die Klettersteig-Begehung aber nicht stattfinden können, wie Werner Flörl vom Innsbrucker Alpenverein gesteht: „Die Klettersteiggeher werden zwar wie geplant mit den Shuttles über die Halltalstraße gebracht. Bei der Vermurung müssen sie dann aber zu Fuß weitergehen. Aber das ist nur ca. eine Viertelstunde mehr Fußweg. Auch beim Abstieg müssen wir über das Lafatscher-Joch absteigen, weil der ursprünglich geplante Weg gesperrt ist.“

Begeisterte Klettersteig-Geher wird dieser Mini-Umweg allerdings nicht abschrecken, schon jetzt tummeln sich täglich unzählige Bergfexe auf der neuen Strecke, um den spannenden Weg zur Hütte zu meistern. Auch für die Eröffnung ist die Anfrage offenbar riesig.

Einer der längsten Steige Tirols

Verständlich – der neue Klettersteig hat es in sich. Zwar ist die Schwierigkeit an den schwierigsten Stellen nur mit C benotet worden, aber alleine die Länge fordert dem Berggeher alles ab. 600 Meter Höhenunterschied und eine Länge von 1300 Metern machen den Klettersteig zu einem der längsten Tirols. Und wer nach der Kletterei oben aussteigt, ist leider noch nicht am Ziel. Zur Bettelwurfhütte sind noch einmal eineinhalb Stunden zu meistern.

Trotz des kurzen Zustiegs sollte die Ferrata auf keinen Fall unterschätzt werden – auf dem Weg nach oben muss immerhin rund 1000 Mal umgehängt werden. Schon kurz nach dem Einstieg befindet sich die Schlüsselstelle, die mit dem typischen schwarzen Schlüssel im Fels liebevoll markiert ist. Danach geht es zwar technisch meist einfach aber konditionstechnisch anspruchsvoll weiter.

Für Kinder ungeeignet

Der Steig wurde mit einer abwechslungsreichen Route über die Gesteinsplatten gelegt, Schluchtenquerungen, Steilpassagen oder originelle Klemmblöcke sorgen für Abwechslung. Da der Steig südseitig angelegt wurde und man drei Stunden im Fels „hängt“, sollte unbedingt auf ausreichliche Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Auch der Abstieg hat es in sich. In zwei Stunden geht es über den Steig zur 2. Ladehütte zurück ins Tal – dabei sind auch leichte Felsklettereien und Geröllpassagen zu meistern.

Von einer Tour mit Kindern wird daher abgeraten, insgesamt sind fünf bis sechs Stunden für die Tour einzuplanen.

Bei der Eröffnung am Samstag ist eine Begehung mit erfahrenen Führern des Alpenvereins Innsbruck geplant. Zwischen 9 Uhr und 10.30 Uhr marschieren alle 15 Minuten Kleingruppen los. Treffpunkt ist beim Sportplatz in Absam. (rena)




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