Letztes Update am Sa, 30.06.2012 07:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Signal für Bahnhof Patsch steht endgültig auf Abbruch

Nach langem Ringen steht fest: Die alten Bahnhofsgebäude in Patsch werden abgerissen. Der Denkmalschutz wurde überraschend aufgehoben.



Von Christoph Mair

Patsch – Für die beiden Gebäude des Bahnhofs Patsch (Aufnahmehalle und Wohngebäude) ist endgültig die letzte Weiche gestellt – und die führt zum Abbruch. Bis spätestens 30. September, dem Ende der Brennerbahnsanierung, sollen die seit Langem ungenutzten und langsam verfallenden Häuser verschwunden sein.

Dieser Lösung war ein langes Ringen vorausgegangen. Denn das Bundesdenkmalamt (BDA) in Wien hatte zunächst gar kein Verständnis für die ÖBB-Pläne, die als typisch für die 1867 eröffnete Brennerbahnstrecke geltende Architektur dem Erdboden gleichzumachen, die TT berichtete. Man könne nicht einfach Objekte aus dem Schutz herausnehmen, entgegnete das BDA auf Angebote der Bahn, andere Bahnhöfe (z. B. Gries am Brenner) für Patsch einzutauschen. Die ÖBB hatten u. a. damit argumentiert, dass die abgelegenen Gebäude, die über keine zeitgemäße Zufahrt verfügen, nicht verwertbar und gleichzeitig immer wieder das Ziel von Vandalen seien.

Unterstützung erhielt die Bahn von der Gemeinde Patsch, die bis dato die Wasserversorgung für die unbewohnten Häuser aufrechterhalten musste. Ein Klotz am Bein, den Bürgermeister Andreas Danler angesichts der anstehenden Sanierung des betroffenen Hochbehälters loswerden wollte.

Diese Sorge ist Danler jetzt los. Nach mehreren und laut ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel „konstruktiven“ Gesprächen und einigen Briefen nach Wien halten Bahn und Gemeinde einen Bescheid über die Aufhebung des Denkmalschutzes in Händen. In dem Papier kommt das BDA laut Zumtobel nach Prüfung aller Entscheidungsgrundlagen zum Schluss, dass die Erhaltung des Gebäudes „nicht realisierbar“ sei. Die Bundesbahn hatte auch ein Gutachten erstellen lassen, wonach die Gefahr für Leib und Leben durch herunterstürzende Dachteile bei Föhnstürmen nicht zu unterschätzen sei. Das BDA erkläre in dem Schrei­ben auch, dass die Architektur an der Brennerbahn durch die verbleibenden Objekte „ausreichend dokumentiert“ sei.

„Wir sind froh, dass wir eine gemeinsame Lösung im Sinne aller Beteiligten erreicht haben“, bilanziert Zumtobel. Der Abriss der Gebäude sei dadurch noch während der Brennerbahnsanierung möglich und werde über die Schiene abgewickelt. Wann genau der Bagger anrückt, hänge vom Bauzeitplan ab.




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