Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 22.08.2013


Gratwanderung zwischen musikalischen Genres

Franui servieren zum runden Jubiläum in Innervillgraten dreimal höchst markanten Hörgenuss. Eines der Konzerte führt in 2300 Meter Seehöhe.

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© Reiner Pfisterer



Von Claudia Funder

Innervillgraten – Wer die Musicbanda Franui einmal erlebt hat, wird ihre außergewöhnlichen Interpretationen immer wiedererkennen. Was die Formation zum Besten gibt, prägt sich ein, ist höchst authentisch, hebt sich wohltuend vom Mainstream ab.

Es ist der bestechende Mix aus Holz- und Blechbläsern, Streichern und Volksmusik-Saiteninstrumenten wie Hackbrett, Harfe und Zither, mit welchem Bekanntes behutsam durch den Reißwolf gedreht wird und völlig Neues entstehen lässt. „Wir sind eine Art Trafostation zwischen Volksmusik und Klassik“, erklärt es Franui-Mastermind Andreas Schett treffend. „Mit Elementen aus der Popularmusik sowie der zeitgenössischen Kammermusik.“

Das 1993 von überwiegend aus Innervillgraten stammenden Musikern ins Leben gerufene Ensemble spielt nach wie vor in nahezu unveränderter Besetzung. Mit Klang, außergewöhnlichen Arrangements und virtuosem Spiel verbucht es längst internationale Erfolge, stand bei großen Festivals auf der Bühne und begeisterte im ehrenwerten Wiener Burgtheater oder bei den Salzburger Festspielen.

Das 20-jährige Bestehen wird von der zehnköpfigen Band gebührend gefeiert – in Innervillgraten und mit nicht weniger als drei Konzerten. Das größte und wohl spektakulärste geht am Samstag, 24. August, auf der gleichnamigen Franui-Almwiese in 2300 Metern Seehöhe über die Bühne. Unter dem Titel „Ziemlich beste Stücke“ wird vieles aus den letzten beiden Jahrzehnten, auch aus der Pionierzeit, zu hören sein. Außergewöhnlich ist nicht nur der Klang, sondern auch die Tour zum Konzert: Die Besucher werden – mit Wanderkarten ausgerüstet – in einem Sternmarsch zum Konzertgelände unterhalb der Kreuzspitze aufsteigen. Es gibt also buchstäblich „höchsten“ Musikgenuss. Bereits am Freitag, 23. August, stehen Franui im Zuge des Trauermarsch-Konzertes „Beinahe feierlich“ im Kultursaal Innervillgraten auf der Bühne. Den Abschluss des Dreitagesfestivals „Franui zu Franui“ bildet das Frühschoppenkonzert „Annähernd Tanzmusik“ am Sonntag, 25. August, im Kultursaal.

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