Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 27.08.2013


Mair: „Kein Landesgeld nach Sotschi“

Heute wollen die Tirol Werbung und das ÖOC die Verträge für das Österreicherhaus in Sotschi fixieren. Doch die Kritik daran wird lauter.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Hoch über Innsbruck am Bergisel, dort, wo es beim Skispringen auch um einen perfekten Absprung geht, soll heute die Partnerschaft zwischen der Tirol Werbung und dem Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) für die Winterspiele im russischen Sotschi 2014 erneuert werden. Der Klubobmann des ÖVP-Koalitionspartners auf Landesebene, der grüne Geb­i Mair, ist der Überzeugung, dass für das Land der richtige Zeitpunkt des Absprungs vom heimischen Paket für Sotschi noch nicht vorbei ist: „Ich find­e, dass kein Landesgeld nach Sotschi gehen sollte.“

Damit gibt Mair der Stadt Innsbruck Schützenhilfe. Wenngleich auch aus einem anderen Motiv heraus. Mair geht es in erster Linie um das jüngst in Russland erlassene Anti-Homosexuellen-Gesetz, das weltweit für Empörung sorgt. „Dagegen braucht es jetzt Solidarität. Man sollt­e diese Haltung nicht auch noch mit öffentlichen Mitteln aus Tirol unterstützen“, würd­e Mair am liebsten gar kein „Austrian Tirol House“ am Schwarzen Meer sehen.

Definitiv kein Geld wird es von der Stadt Innsbruck hierfür geben. Wie berichtet, hat die Tirol Werbung für 25.000 Euro im Bürgermeisterbür­o angeklopft. Im Gegenzug hätte Tirols oberster Werber Josef Margreiter zugesagt, sich beim ÖOC für die Vergabe der Medaillenfeier der Sotschi-Rückkehrer in Innsbruck anlässlich der 50-Jahr-Feiern „Olympische Spiele 1964“ starkzumachen. Ein Deal, der die Stadt nicht in Versuchung führte. BM Christine Oppitz-Plörer (FI) möchte dieses Geld lieber in die im Februa­r stattfindenden Jubiläumsfeiern in Innsbruck pumpen. Davon hätten alle Innsbrucker etwas und nicht nur ein „kleiner Kreis“ im fernen Sotschi: „Und mit den 25.000 Eur­o wäre es keineswegs getan. Zusätzlich wären in Sotschi ein eigener Innsbruck-Abend samt Programm zu gestalten und finanzieren gewesen.“ Damit wäre der Beitrag für das „Austria Tirol House“ wohl auf das Doppelte explodiert, begründet Oppitz-Plörer das Nein aus Innsbruck.

Dass auch der TVB Innsbruck ursprünglich für den Tirol-Auftritt in Russland kein Geld ausgeben wollte, bestätigt Obmann Karl Gostner. Dass man nun aber doch 25.000 Euro aus dem TVB-Topf zuschieße, liege darin begründet, dass man das Innsbrucker Olympia-Jubiläum nun mitvermarkten wolle. Und schließlich müsse man auch in Zukunft „mit dem ÖOC guten Kontakt halten“. Margreiter war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.




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