Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.01.2018


Bezirk Reutte

Der Wirtschaftsmotor im Außerfern brummt kräftig

Von den vollen Auftragsbüchern vieler Unternehmen profitiert auch der Arbeitsmarkt. Beste Jobperspektiven bieten technische Berufe.

© TscholFrauen für handwerkliche und technische Berufe zu begeistern, gilt als Herausforderung für die Zukunft. Beim Berufsfestival (Bild) wird seit Jahren versucht, auch Mädchen für technische Lehrberufe zu gewinnen.Foto: Tschol



Von Simone Tschol

Außerfern – Hervor­ragende Zahlen weist der Arbeitsmarkt im Bezirk Reutte zu Beginn des neuen Jahres mit 2,6 Prozent Arbeitslosenquote auf. Mit „nur“ 361 Jobsuchenden lag die Arbeitslosigkeit Ende Dezember um 192 Personen oder 34,7 % niedriger als noch ein Jahr zuvor. 93 Personen sind in Schulungen, davon 35 in Arbeitsstiftungen.

„Der Grund für die deutliche Abnahme an Arbeitslosen ist einerseits auf eine saisonale und witterungsbedingte Komponente Ende des Jahres zurückzuführen. Durch die gute Schneelage zu Weihnachten konnten die Skischulen und alle Liftanlagen das gesamt­e Personal beschäftigen, die Restaurationsbetrieb­e hatten zu Saisonsbeginn bereits Vollbetrieb, und auch in der Hotellerie war die Buchungslage sehr erfreulich“, weiß der Chef des AMS Reutte, Klaus Witting.

Zum anderen spiegle sich in der Statistik auch die allgemein gute wirtschaftliche Entwicklung im Bezirk Reutte wider. Witting: „Die Industriebetriebe melden eine positive Auftragssituation, die Bauwirtschaft hatte bis zum Ende des Jahres eine spürbar bessere Auslastung, und auch der Handel meldete aufgrund eines gestiegenen Kaufvolumens bessere Umsatzzahlen als im Vorjahr. Die Auswirkungen der Krisenjahre sind überwunden. Nahezu alle arbeitsmarktrelevanten Daten zeigen, dass wir uns in einem Aufschwung befinden, der auch 2018 anhalten wird.“

Die Herausforderung für die Zukunft werde es sein, Menschen mit Ausbildungsdefiziten bestmöglich höher zu qualifizieren. „Bei Frauen gilt, sie für handwerkliche und technische Berufe noch mehr zu interessieren, denn die Arbeitsplatzperspektiven sind in diesem Bereich deutlich besser. Zumal die Frauen­beschäftigungsquote im Bezirk Reutte ohnehin noch steigerungs­fähig wäre“, so Witting.

Die Bestrebungen, eine HTL in Reutte zu etablieren, werden auch seitens des AMS unterstützt, da nahezu jeder vierte Arbeitsplatz im Bezirk in der Produktion angesiedelt ist. Zudem könnte eine HTL in Reutte, davon ist Witting überzeugt, dazu beitragen, den derzeit feststellbaren Abwanderungstrend von hochqualifizierten jungen Menschen nach der Ausbildung zu reduzieren.

Geringere Arbeitslosenzahlen waren in nahezu allen Berufsgruppen, allen Altersgruppen und sowohl bei Inländern als auch Ausländern zu registrieren.

Dass der Arbeitsmarkt floriert, lässt sich auch am Stellenbestand ablesen. Dieser war zu Jahresende mit 410 (+73) höher als im Vorjahr.