Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.03.2018


Bezirk Reutte

Bezirk Reutte mit niedrigster Arbeitslosigkeit seit 1980

Nur noch 2,4 Prozent bei AMS ohne Arbeit. Rückgang im Februar gegenüber Vorjahr beträgt 24 Prozent.

© TT/Thomas BöhmSymbolfoto.



Von Helmut Mittermayr

Reutte – Politiker in Tirol überschlagen sich geradezu mit Jubelmeldungen zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten, vor allem was den Bezirk Reutt­e und den Rückgang der Februar-Arbeitslosigkeit um 24,5 Prozent betrifft. „Der Grund für die große Abnahme gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ist einerseits auf eine saisonal­e und witterungsbedingte Komponente zum Zeitpunkt Ende Februar zurückzuführen. Durch die gute Schneelage haben alle Skischulen und alle Liftanlagen derzeit Vollbetrieb, die Restaurationsbetriebe und Hotellerie des Bezirkes melden sehr gute Auslastung“, erklärt Klaus Witting, Geschäftsstellenleiter des AMS Reutte, abgeklärt.

Wittings eindrucksvolle Eckdaten für das Außerfern: Mit 352 vorgemerkten Personen zum Stichtag Ende Februar liegt die AL-Quote bei ca. 2,4 Prozent – noch ein vorläufiger Wert (die Arbeitslosigkeit betrug im Februar in Tirol fünf Prozent). Der Februar-Wert 2018 ist die niedrigste Arbeitslosenzahl in den Vergleichsmonaten seit 1980. Die Stellenmeldung mit 274 offenen Stellen liegt um 54 über dem Vorjahreswert. Und 38 lehrstellensuchenden Jugendlichen stehen 53 sofort zu besetzende Lehrstellen gegenüber.

In der Statistik spiegle sich auch die allgemein gute wirtschaftliche Entwicklung im Bezirk Reutte wider. Die Industriebetriebe melden eine positive Auftragssituation, und auch beim Handel zeichneten sich, auf Grund eines gestiegenen Kaufvolumens, bessere Umsatzzahlen als im Vorjahr ab.

„Die Auswirkungen der Krisenjahre 2013 bis 2015 sind überwunden. Nahezu alle arbeitsmarktrelevanten Daten zeigen, dass wir uns in einem Aufschwung befinden, der auch in den nächsten Monaten anhalten wird“, freut sich Witting. Trotzdem sei festzuhalten, dass arbeitslose Menschen über 45 Jahren nicht im gleichen Ausmaß vom Aufschwung profitieren können. In der aktuellen Statistik ist nahezu jede zweite arbeitslose Person über 45 Jahre alt.

Dass nicht alle Tiroler Bezirke mit einem gleich guten Branchenmix aufgestellt sind wie Reutte, zeigen die bereits abgeschlossenen Jännerzahlen. Hier weist Reutte mit 2,7 Prozent Arbeitslosigkeit den besten Wert Tirols vor Schwaz mit 4,5 auf. Es folgen Kitzbühel (4,7 %), Landeck (4,9 %), Kufstein (5,7 %), Innsbruck (6,0 %) und Imst (6,5 %). Das Jänner-Schlusslicht bildete Lienz (9,7 %).

Für Witting liegt die Herausforderung in nächster Zukunft darin, Menschen mit Ausbildungsdefiziten möglichst gut höher zu qualifizieren. Bei Frauen gelte, sie für handwerkliche und technische Berufe noch mehr zu interessieren, denn die Arbeitsplatzperspektiven seien hier deutlich besser. Zumal die Frauenbeschäftigungsquote im Bezirk Reutte von 61 % noch steigerungsfähig wäre.




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