Letztes Update am Mi, 02.05.2018 12:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


April-Arbeitslosigkeit

AMS-Chef sieht „wolkenlose Entwicklung“ am Arbeitsmarkt

Im April gingen die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 Prozent zurück. Für AMS-Chef Johannes Kopf „Grund zur Freude“. Mit den absoluten Zahlen könne man aber „noch nicht zufrieden sein“.

© APA/HERBERT NEUBAUERSymbolfoto.



Wien – Im April haben 384.486 Personen keinen Job gehabt. Das ist ein Minus von 7,1 Prozent oder 29.197 Personen verglichen zum selben Monat des Vorjahres. 75.627 Personen befanden sich in Schulungen. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Vergleich zum April 2017 um 89.000 Menschen oder 2,5 Prozent auf 3,694 Millionen Personen an, teilte das Arbeitsmarktservice (AMS) am Mittwoch mit.

„Wolkenlos zeigt sich die Arbeitsmarktentwicklung in allen Bundesländern, den wichtigsten Branchen, aber auch bei älteren bzw. langzeitarbeitslosen Personen“, so AMS-Vorstand Johannes Kopf. „Die stärksten Rückgänge an arbeitslos gemeldeten Menschen (inkl. Personen in Schulung) verzeichnen der Bau mit minus 16,6 Prozent und der Bereich der Herstellung von Waren mit minus 13,5 Prozent.“

Die Konjunkturprognosen sowie ein weiterer Anstieg der offenen Stellen um fast 28 Prozent ließen für das restliche Jahr weitere deutliche Rückgänge in der Arbeitslosigkeit erwarten. Derzeit gibt es 71.013 sofort verfügbare Stellen.

Arbeitslosenquote bei 7,7 Prozent

„Grund also zur Freude zumindest über die Entwicklung, mit der absoluten Höhe der Arbeitslosigkeit sollte man nämlich noch nicht zufrieden sein“, so Kopf. Die national berechnete Arbeitslosenquote lag im April bei 7,7 Prozent (minus 0,9 Prozentpunkte). Sie bezieht sich auf die 308.859 Arbeitslosen, die sich im Gegensatz zu den 75.627 (minus 0,2 Prozent) weiteren nicht in Schulung befanden.

Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren haben laut Eurostat 10,1 Prozent oder 63.777 keinen Job. Das ist ein Minus im Vergleich zum April 2017 von 0,2 Prozentpunkten. Laut AMS ging die Zahl um 4.078 oder 6 Prozent zurück. Die Frauenarbeitslosigkeit ging um 9.362 (-4,9 Prozent) auf 179.913 Personen zurück. Bei den Männern sank die Arbeitslosigkeit um 19.835 oder 8,8 Prozent auf 204.573 Personen.

Hartinger-Klein: Positiven Trend beibehalten

Arbeits- und Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) hat am Mittwoch in Reaktion auf die neuesten April-Arbeitslosenzahlen einen „positiven Trend“ geortet. Dieser müsse beibehalten werden. „Wir müssen dafür sorgen, dass die steigende Zahl der offenen Stellen auch mit gut ausgebildeten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern besetzt werden können“, so Hartinger-Klein in einer Aussendung.

Dafür seien „personalisierte Maßnahmen, wie sie das Programm ‚Job Aktiv‘ vorsieht, zur Weiter- und Fortbildung der Arbeitssuchenden notwendig“, so die Politikerin. Die Regierung will – nachdem sie die Aktion 20.000 für ältere Langzeitarbeitslose beendet hat – mit der neuen Ausbildungsoffensive „Job Aktiv“ Jugendliche ohne Arbeitsplatz und Langzeitarbeitslose unterstützen. Insgesamt sollen heuer 79 Mio. Euro in dieses Programm fließen. Etwa werden Jugendliche bis 18 Jahre mit 12 Mio. Euro an Ausbildungsmaßnahmen unterstützt, für Jugendliche bis 25 gibt es 37 Mio. Euro. (APA)

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