Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.08.2018


Imst

AMS-Kürzungen: Verein issba schließt die Werkstätte

Die Auswirkungen der ersten Sparwelle beim AMS machen sich bemerkbar. Nun geht die Angst vor dem „Totsparen“ um.

© ParthGF Thomas Jascha mit Ralf, Fachanleiter Manfred Gritsch, Maria, Werkstattleiter Fritz Mautner, Willi und der sozialpädagogischen Beraterin Marianne Starjakob (v. l.) bei der Schließung der issba-Werkstätte.Fotos: Parth



Von Thomas Parth

Imst, Reutte – Der gemeinnützige Verein issba gliedert Beschäftigungslose wieder ins Arbeitsleben ein. Bereits im Frühjahr war klar, dass durch die Kürzungen beim AMS auch die Fördermittel für den Verein issba drastisch schrumpfen werden. „In Zusammenarbeit mit dem Land Tirol und dem AMS hat unser Direktorium ein Sparbudget mit einem straffen Zeitplan erarbeitet. Es war klar, dass die Einsparungen nicht ohne Personalreduktion umzusetzen sein werden. 14 Stellen werden nun mit der Schließung der Werkstatt gestrichen“, erklärt issba-GF Thomas Jascha gegenüber der TT.

An den Standorten in Imst und Reutte sind über die Jahre mehrere Arbeitsbereiche, vom issba-Weltladen über Kleidersammlung, Werkstatt, Secondhandshop und Kopierservice, entstanden. „Nach 29 Jahren der Vereinsgeschichte müssen wir erstmals drastisch einsparen“, gibt sich Jascha nachdenklich: „Wir befürchten nach den Ankündigungen weiterer Sparmaßnahmen ein Totsparen der aktiven Arbeitsmarktpolitik.“

Als Teilerfolg der Verhandlungen erachtet der Geschäftsführer, dass das Land Tirol weiterhin ein Bekenntnis zur aktiven Arbeitsmarktpolitik abgelegt hat und die Höhe seiner Fördermittel beibehält. „Wir sind froh, dass wir keinen Standort schließen müssen“, so Jascha, welcher durch die Schließung der Werkstätte in Imst – der Standort Reutte ist nicht betroffen – 300.000 Euro eingespart hat. „Das Töpfe-Denken nimmt kein Ende. Wir haben vordergründig zwar eingespart. Was der Gebietskrankenkasse und dem Finanzamt an Einnahmen entgeht, was an Gesundheitskosten und Mindestsicherung dazukommt, die volkswirtschaftlichen Folgekosten, das wird nicht bedacht“, sagt Jascha.

Den langjährigen Kunden zuliebe möchte Jascha die Metallteile-Produktion in der Werkstatt noch bis Jahresende aufrechterhalten. „Nach den Abgängen des Werkstättenleiters und des Fachanleiters ist das eine Herausforderung“, schließt Jascha: „Für die Werkstätte in Imst ist der Zug fix abgefahren.“




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