Letztes Update am Mo, 01.10.2018 17:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Österreich

Weniger Arbeitslose im September, größter Rückgang in Tirol

344.921 Personen waren im vergangenen Monat ohne Job. Die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen stieg um 27,4 Prozent.

© TT/Thomas BoehmDas Tiroler Arbeitsmarktservice fährt die Förderungen für den zweiten Arbeitsmarkt um 20 Prozent zurück. Kündigungen drohen.



Wien – Die Arbeitslosigkeit ist im Herbst weiter gesunken: Ende September waren 344.921 Personen arbeitslos vorgemerkt oder in Schulungen des Arbeitsmarktservice (AMS), ein Rückgang zum Vorjahresmonat um 8,0 Prozent. Die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen stieg um 27,4 Prozent auf 79.575. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung ging um 0,7 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent zurück.

Die Beschäftigung stieg um 2,4 Prozent bzw. 90.000 Personen auf 3,795 Millionen unselbstständig Beschäftigte. Regional betrachtet ging die Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern zurück. Besonders bei Langzeitarbeitslosen und Jugendlichen sank die Arbeitslosigkeit deutlich, geht aus den am Montag veröffentlichten Zahlen des AMS hervor.

- APA

Am Lehrstellenmarkt zeigt sich per Ende September österreichweit ein Mangel an Lehrlingen: 7715 gemeldeten offenen Lehrstellen, die sofort verfügbar sind, stehen nur 7478 Lehrstellensuchende, die sofort anfangen könnten, gegenüber. Das ergibt einen Lehrstellenüberhang von 237. Doch gibt es deutliche Unterschiede nach Bundesländern, heißt es in einer Aussendung des Sozialministeriums.

Während im Burgenland, in Kärnten oder Niederösterreich das Verhältnis zwischen Suchenden und Lehrstellen nahezu ausgeglichen ist, stehen in Oberösterreich jedem Suchenden rund vier Lehrstellen gegenüber. In Tirol und Salzburg beträgt dieses Verhältnis 1 zu 3. Andersrum ist es in Wien, wo die Nachfrage nach Lehrstellen höher ist als das Angebot: In der Bundeshauptstadt kommen fast sechs Lehrstellensuchende auf eine sofort verfügbare offene Lehrstelle.

Im Vormonat August gab es noch deutlich mehr Suchende als offene Lehrstellen: 6653 offenen sofort verfügbaren Lehrstellen standen 8390 Lehrstellenbewerber, die sofort beginnen können, gegenüber.

16,5 Prozent weniger Arbeitslose in Tirol

Die allgemeine Arbeitslosigkeit (alle folgende Zahlen inklusive Schulungsteilnehmern, Anm.) war im September in allen Bundesländern rückgängig, wobei der größte relative Rückgang in Tirol mit -16,5 Prozent verzeichnet wurde. In absoluten Zahlen verbuchte Wien mit 8452 Personen (-5,7 Prozent) weniger in Arbeitslosigkeit oder Schulung das stärkste Minus. Stark gesunken ist die Arbeitslosigkeit auch in der Steiermark (-10,8 Prozent), in Kärnten und in Oberösterreich (je -10,3 Prozent). Am geringsten fiel der Rückgang in Vorarlberg (-3,5 Prozent) aus.

Bei Männern sank die Arbeitslosigkeit mit -10 Prozent stärker als bei Frauen, wo sie um 5,7 Prozent zurückging. Bei Inländern betrug der Rückgang 10 Prozent, bei Ausländern 3,6 Prozent. Die Jungen (unter 25 Jahren) profitierten stärker vom Aufschwung am Arbeitsmarkt als die Älteren (ab 50 Jahren): Während bei Jungen die Arbeitslosigkeit um 9,1 Prozent zurückging, sank sie bei Älteren nur um 4,4 Prozent.

Gegliedert nach Ausbildung verzeichneten Personen mit Lehrausbildung den stärksten Rückgang (-11,2 Prozent), bei Personen mit akademischer Ausbildung hingegen ging die Arbeitslosigkeit nur um 1,1 Prozent zurück.

Bei den verschiedenen Branchen war der Aufschwung am stärksten am Bau zu spüren, wo die Arbeitslosigkeit um 13,5 Prozent sank. Auch bei der Warenproduktion (-10,5 Prozent) und in Beherbergung und Gastronomie (-10,7 Prozent) gab es überdurchschnittliche Rückgänge. Im Handel sank die Zahl der Arbeitslosen um 8,7 Prozent.

„Wir freuen uns weiterhin über die rückläufigen Arbeitslosenzahlen. Das zeigt, dass die Konjunktur weiterhin stetig wächst und wir mit Maßnahmen wie etwa dem Jobgipfel oder dem AMS-Budget für 2019 auf dem richtigen Weg sind“, kommentiert Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) am Montag in einer Aussendung die aktuellen Arbeitsmarktdaten. (APA)