Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.01.2019


Arbeitsmarkt

Ruf nach Gesetz gegen ungleiche Bezahlung

LR Beate Palfrader (VP) und AK-Präsident Erwin Zangerl fordern, nach dem Vorbild von Island gegen Benachteiligung von Frauen notfalls gesetzlich vorzugehen.



Innsbruck – Wenn es um das Thema Gleichberechtigung geht, nimmt Island seit Jahren eine führende Rolle ein. An diesem Vorbild sollte sich auch Österreich orientieren, schlagen Arbeitslandesrätin Beate Palfrader und AK-Chef Erwin Zangerl vor. Mit Beginn dieses Jahres ist in Island ein Gesetz in Kraft getreten, das Unternehmen und staatlichen Einrichtungen mit mehr als 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ungleiche Löhne von Frauen und Männern verbietet. Verstöße werden mit einer Geldstrafe geahndet. Bis 2020 soll so die Einkommensschere geschlossen werden.

„Der Unterschied bei der Entlohnung von Frauen und Männern ist in unserem Land trotz Fortschritten immer noch beträchtlich und als Ungerechtigkeit gegenüber dem weiblichen Geschlecht zu verstehen“, sieht Palfrader im isländischen Modell ein Vorbild. Zangerl unterstützt den Vorschlag: „Selbst bei bereinigten Arbeitszeiten haben Frauen immer noch einen Einkommensnachteil von rund 25 Prozent, im Tirol-Schnitt sind das rund 600 Euro pro Monat.“

Beide erinnern in einer Aussendung daran, dass es bei Frauen häufiger zu Unterbrechungen im Erwerbsleben sowie zu Teilzeitarbeit und in der Folge dann zu niedrigen Pensionsansprüchen kommt. (TT)

- AAB Tirol