Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.02.2019


Arbeitsmarkt

Wenige Frauen in Wissenschaft

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Wien – Knapp 34 Prozent der rund 283.000 Beschäftigten in den Bereichen Wissenschaft und Technik in Österreich sind Frauen. Das geht aus Daten von Eurostat hervor, die gestern am von den Vereinten Nationen ausgerufenen „Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft“ veröffentlicht wurden. Von den rund 18 Millionen Wissenschaftern und Technikern in der EU sind 41 Prozent weiblich.

Mit einer Frauenquote von 34 Prozent unter den Wissenschaftern und Technikern zählte Österreich 2017 zu den Schlusslichtern in der EU. Dahinter liegen nur Deutschland (33 Prozent), Finnland (29), Luxemburg und Ungarn (jeweils 25 Prozent). Dagegen stellen in fünf EU-Ländern Wissenschafterinnen und Technikerinnen die Mehrheit: Spitzenreiter dabei ist Litauen mit einem Frauenanteil von 57 Prozent, gefolgt von Bulgarien und Lettland (jeweils 53 Prozent), Portugal (51) und Dänemark (knapp über 50 Prozent). Nach Sektoren sind EU-weit Männer vor allem in High- und Medium-High-Tech-Branchen des verarbeitenden Gewerbes überrepräsentiert, dort stellen sie 83 Prozent der Wissenschafter und Techniker. Dagegen ist im Dienstleistungssektor das Geschlechterverhältnis mit einem Frauenanteil von 45 Prozent ausgewogener.

In Österreich gibt es zahlreiche Initiativen, um Mädchen für technische Fächer zu interessieren. Maßnahmen wie Girls’ Day oder Mentoring-Programme ändern aber offenbar wenig. Zu diesem Schluss kommt die Sozialwissenschafterin Marita Haas. Um Rollenbilder aufzubrechen, brauche es ein ermutigendes Umfeld und strukturelle Maßnahmen. Haas hat die Lebensgeschichten von Wissenschafterinnen in technischen Berufsfeldern untersucht. Demzufolge haben Frauen, die sich für männlich dominierte Berufe entscheiden, meist ein ermutigendes Umfeld erlebt, etwa in der Familie oder der Schule. (APA)