Letztes Update am Mi, 08.05.2019 11:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitsmarkt

Anzahl der Ein-Personen-Unternehmer weiter gestiegen

315.900 Menschen sind „Chef und Mitarbeiter in einer Person“. Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung sind wichtigere Motivation als Frust mit dem alten Job.

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Wien – Ein-Personen-Unternehmen (EPU) sind inzwischen „ein unverzichtbarer Teil der österreichischen Wirtschaft und kein Mode-Phänomen“, schreibt die Wirtschaftskammer in einer Aussendung. Rund 315.900 Menschen waren 2018 Chef und Mitarbeiter in einer Person – um 8000 mehr als noch 2017. Knapp 60 Prozent der heimischen Unternehmen bestehen nur aus einer Person.

EPU arbeiten im Schnitt 41,5 Stunden pro Woche, um 3,2 Stunden länger als noch 2016. Dennoch ist der Wunsch nach Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung deutlich häufiger die Motivation für die Gründung eines EPU als der Frust mit dem alten Job. Drei Viertel wollen ihr eigener Chef sein, auch freie Zeiteinteilung ist ein großes Motiv. Nur ein Drittel ist wegen Unzufriedenheit mit dem alten Job selbstständig geworden, nur ein Viertel ist damit der Arbeitslosigkeit entflohen.

Frauenanteil ohne Pflegeberufe bei 41 Prozent

Vier von fünf EPU (82 Prozent) üben ihre unternehmerische Tätigkeit hauptberuflich aus, meist (62 Prozent) in Vollzeit. Rund 10 Prozent machen das neben der Pension. Entgegen der Erwartung sind EPU zu einem Viertel sogar im Export tätig, jedes achte erwirtschaftet sogar mehr als ein Viertel des Umsatzes durch Export. EPU sind inzwischen auch durchaus langlebig. 38 Prozent sind seit mehr als zehn Jahren selbstständig, 35 Prozent vier bis neun Jahre, 27 Prozent bis zu drei Jahre.

Wie in den Vorjahren haben Frauen zwar die Mehrheit unter den EPU, zieht man aber Pflegerinnen („persönliche Personenbetreuer“) ab, liegt der Frauenanteil nur mehr bei 41 Prozent. (APA)