Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 10.05.2019


Bezirk Kitzbühel

Lehre ist wieder mehr gefragt bei Jugendlichen

Beim Berufsfestival in der Wirtschaftskammer in Kitzbühel konnten sich die Schüler des Bezirks über die Lehrberufe informieren.

Die Schüler konnten sich bei 15 Firmen über mehr als 30 Lehrberufe informieren. Erstmals war mit der Metzgerei Huber auch ein fleischverarbeitender Betrieb mit dabei.

© Harald AngererDie Schüler konnten sich bei 15 Firmen über mehr als 30 Lehrberufe informieren. Erstmals war mit der Metzgerei Huber auch ein fleischverarbeitender Betrieb mit dabei.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Das Tal ist durchschritten – zumindest scheint es so. Seit einigen Jahren leidet die Wirtschaft unter einem Lehrlingsmangel, nun gibt es einen leichten Anstieg bei den Jungen zu verzeichnen. „Es gibt wieder mehr Lehrlinge als im Vorjahr“, freut sich Klaus Lackner, Obmann der Wirtschaftskammer Kitzbühel. Er ist überzeugt, dass die verschiedenen Schwerpunkte, die in den vergangenen Jahren gesetzt wurden, fruchten.

Einer davon ist das so genannte Berufsfestival, das alljährlich in der Wirtschaftskammer in Kitzbühel stattfindet. Über 400 Schüler aus dem Bezirk Kitzbühel haben sich hier in den vergangenen Tagen über die möglichen Lehrberufe in der Region informiert. Nicht weniger als 15 Firmen stellten dabei über 30 verschiedene Lehrberufe vor. „Es freut mich, dass sich so viele Firmen bereit erklären, hier mitzumachen“, sagt Lackner. Im Kampf gegen den Fachkräftemangel seien die Lehrlinge besonders wichtig.

Waren es im Vorjahr 1016 Lehrlinge im Bezirk, sind es heuer schon wieder 1037. Es sei ein leichter Anstieg, aber dieser lasse hoffen. Auch die Berufsinformation in den Schulen leiste hier einen wichtigen Beitrag. Es brauche ein Umdenken, auch bei den Eltern und den Lehrern, betont Lackner. Denn noch immer würden mehr Jugendliche den Weg in eine höhere Schule antreten als in die Lehre. Das war vor einigen Jahren noch anders.

„Es gibt auch einige Änderungen im Schulbereich, welche die Lehre fördern“, schildert Bettina Ellinger von der Tiroler Schulaufsicht. Zum Beispiel wird es ab September Jugendlichen möglich sein, einen Schulabschluss in einer Polytechnischen Schule nachzuholen, auch wenn sie in einer höheren Schule gescheitert sind. Zudem werden bindend in allen 7. Schulstufen Kompetenz- und Talentechecks eingeführt. „Diese sind verpflichtend und mit einem anschließenden Elterngespräch verbunden“, sagt Ellinger. Ziel dabei sei es, die Stärken und Fähigkeiten der Jugendlichen herauszufinden und sie dann dementsprechend zu beraten.

Auch gibt Ellinger ein klares Bekenntnis zu den drei Polytechnischen Schulen im Bezirk, in Brixen, St. Johann und Fieberbrunn, und zu den angeschlossenen Poly-Klassen in Hopfgarten und Kössen ab. Diese werden erhalten bleiben. Ein Zusammenlegen, wie es angedacht war, ist wieder vom Tisch. An den Schulen würden die Schülerzahlen wieder steigen und die geleistete Arbeit sei sehr gut.




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