Letztes Update am Mo, 23.09.2019 15:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitsmarkt

In Tirol könnten in zehn Jahren 35.000 Fachkräfte fehlen

Der aktuelle Fachkräftemonitor stellt fest, dass sich in Tirol die Arbeitskräftesituation in allen Wirtschaftszweigen und somit auch gesamtwirtschaftlich bis zum Jahr 2030 deutlich verschärfen wird.

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Innsbruck – In zehn Jahren könnten in Tirol 35.000 Fachkräften fehlen. Das zeigt der am Montag veröffentlichte Fachkräftemonitor Tirol, der jährlich vom Land Tirol gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice Tirol (AMS) als Instrument zur Erhebung des Fachkräftebedarfs und –potenzials erstellt wird. Da bereits jetzt Nachfragepotenzial mit 323.000 Personen über dem Angebotspotenzial liege, würden bereits heuer 11.000 Fachkräfte fehlen. Nach derzeitigem Stand werde sich diese Zahl bis zum Jahr 2030 auf rund 35.000 Personen erhöhen, erklärte Arbeitslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) am Montag in einer Aussendung.

Ausschlaggebend sei der demografische Wandel. 2030 soll das Angebotspotenzial nur mehr bei 289.000 Personen liegen, so Palfrader unter Berufung auf den soeben veröffentlichten neuen Fachkräftemonitor Tirol. „Durch die demografische Entwicklung werden Fachkräfte knapp – nicht immer und überall, aber oft gerade dort, wo Unternehmen sie besonders brauchen. Das Anwerben und Qualifizieren von Fachkräften benötigt Zeit und bedeutet eine hohe Investition“, erklärte die Landesrätin.

Über Altersteilzeit „nachdenken“

Das Durchschnittsalter steige bis zum Jahr 2030 auf 44,5 Jahre“ und weise darauf hin, dass sich Tirols Wirtschaft auf eine alternde Belegschaft einstellen sollte. „Es muss deshalb frühzeitig über mögliche Maßnahmen wie Altersteilzeit und altersgerechte Arbeitsplätze nachgedacht werden“, so Palfrader.

Der Fachkräftemonitor zeige, dass in Tirol überwiegend Arbeitskräfte mit einschlägigen Fachausbildungen – beginnend ab der Lehre bis zu tertiären Ausbildungen – fehlen könnten, meinte indes AMS-Geschäftsführer Anton Kern. „Daraus ergibt sich der Auftrag für das AMS Tirol, die Aus- und Weiterbildung sowohl von Arbeitssuchenden wie auch von beschäftigten Personen abgestimmt mit dem Land Tirol weiter intensiv zu fördern“, betonte Kern. (TT.com, APA)

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