Letztes Update am Di, 25.08.2015 09:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Markt

Europas Börsen trotz neuerlichem Absturz in China leicht erholt

Es geht weiter abwärts: Nach den dramatischen Kurseinbrüchen vom Vortag ist ein Ende der Verunsicherung an den Börsen in China nicht in Sicht. Europas Börsen erholten sich am Dienstag hingegen leicht von den Verlusten.

Investoren beobachten in Peking die Aktienkurse.

© EPA/ROLEX DELA PENAInvestoren beobachten in Peking die Aktienkurse.



Shanghai, Tokio – Trotz weiterer Kurseinbrüche an der chinesischen Börsen sind die Börsen in Europa auf Erholungskurs gegangen. Der deutsche Leitindex DAX legte um 1,7 Prozent auf 9.806 Zähler zu, nachdem er am Vortag 4,7 Prozent verloren hatte. Der ATX in Wien gewann 1,6 Prozent und die Londoner Börse legte um 1,3 Prozent zu.

Aus Angst vor einem Konjunktureinbruch in China hatten Anleger vor allem am Montag weltweit einen Bogen um Aktien gemacht. Der Shanghai-Composite war zum Wochenauftakt um 8,5 Prozent abgerutscht, am Dienstag gab er weitere 7,6 Prozent nach. Auch der japanische Nikkei-Index wurde erneut mitgerissen und gab um rund 4 Prozent nach.

„Panikstimmung dominiert den Markt“

Investoren äußerten sich enttäuscht darüber, dass die Behörden in Peking trotz des Einbruchs nichts unternahmen, um die Märkte zu stützen. „Panikstimmung dominiert den Markt... und ich sehe keine Anzeichen für eine sinnvolle Intervention der Regierung“, sagte Zhou Lin, Analyst bei Huatai Securities. Die chinesische Zentralbank pumpte in der Früh allerdings umgerechnet 23 Mrd. Dollar (20 Mrd. Euro) in den Interbankenmarkt.

In Japan dominierten Sorgen, dass die Abkühlung der chinesischen Konjunktur die bereits schwachen Exporte und negativen Auswirkungen der Stützungspolitik weiter verschärft. Zuletzt war der Yen zum Dollar deutlich gestiegen, weil die japanische Währung am Devisenmarkt als sicherer Hafen gilt. Finanzminister Taro Aso bezeichnete diese Entwicklung als nicht wünschenswert für die Wirtschaft. China gehört zu den wichtigsten Absatzmärkten Japans.

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Am Vortag hatten die Kurse in China wegen Sorgen über eine weitere Verlangsamung der zweitgrößten Volkswirtschaft und enttäuschter Hoffnungen auf eine Lockerung der Geldpolitik kräftig um 8 Prozent nachgegeben. Die mehr als ein Jahr lang in die Höhe getriebenen chinesischen Märkte erleben trotz massiver staatlicher Hilfen schon seit Mitte Juni kräftige Abschläge, was Experten angesichts schlechter Wirtschaftsdaten als notwendige Korrektur ansehen.

Wall Street verlor deutlich

Der Kurssturz in China hatte die Stimmung am Montag auch an der Wall Street schwer eingetrübt. Nach hohen Anfangsverlusten gab es zwar einen kurzen Erholungsversuch, doch gingen die US-Aktien deutlich schwächer aus dem Handel. Der Dow Jones Industrial schloss 3,58 Prozent tiefer bei 15.871,28 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich den mehr als sechsprozentigen Verlust im frühen Handel nahezu wettgemacht hatte und dabei um fast 1.000 Punkte gestiegen war.

In der vergangenen Woche hatte der US-Leitindex den größten Verlust seit fast vier Jahren erlitten. Der marktbreite S&P-500-Index endete am Montag mit einem Minus von 3,94 Prozent bei 1.893,21 Punkten. Der Nasdaq 100 fiel um 3,78 Prozent auf 4.038,60 Punkte. Anfangs war der technologielastige Auswahlindex sogar um fast 10 Prozent abgestürzt. „Wir haben ausreichend Panik gesehen,“ beschrieb ein Händler den Kursabsturz zum Börsenstart. (APA/dpa)